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Unfälle / Pannen / kleinere Zwischenfälle von denen wir hier berichten, damit auch andere aus unseren Fehlern und Versehen lernen können. | Zum Vergrößern auf die Bilder klicken |
Inhalt: Ein Kind fällt uns ins Tal - der Hammer bisher!!! Fataler Fehler am Großglockner : Nacht - Nebel - Gletscher! Probleme beim Abseilen Wettersturz an der Großen Zinne - das Drama vom 11.09.2003 Absturz an der Nonne Absturz am Braschelstein Probleme mit dem Material Blitzschlag an der Muchetta Steinschlag am Jubiläumsgrat |

Foto der Südwand der Nonne
| 29.10.2000 - Absturz an der Nonne Unser bisher (und hoffentlich auch weiterhin) dramatischster Unfall Ausgangssituation: Nach einigen Einklettertouren an der Nonne (Gebiet der Steine, Rauenstein) ist der Durchstieg der Südwand, VI, vorgesehen. Aldo steigt vor, Volker sichert. Aldo klettert in seinem damaligen Leistungsgrenzbereich. Volker sichert per HMS am Anseilpunkt seines Klettergurtes ohne selbst fixiert zu sein. Um besser zusehen zu können, sitzt er zudem einige Meter über einer kleinen Schlucht hinweg entfernt. Unfallverlauf: Nach dem zweiten Ring versteigt Aldo sich zu weit nach rechts, gerät in eine schwerere Führe (Flaschenzug, VII b), überstreckt sich, um einen Griff zu erreichen und verliert dabei die Reibung der Füße. Es kommt zum Absturz. | Durch den Fangstoß wird Volker aus dem Sitz und über die kleine Schlucht hinweg in Richtung Wand gerissen. Mit einem Bein versucht er, seine Bewegung an der wandseitigen Schluchtbegrenzung abzubremsen. Das gelingt. Aldo kommt aufgrund des "Entgegenkommens" des Sicherungsmannes nach einem Pendelsturz unterhalb des zweiten Ringes zum Halt. Unfallfolgen: Aldo blieb unverletzt. Volker zog sich infolge seines "Riesensatzes mit Fußbremse" einen Muskelfaserriss zu und war längere Zeit "außer Gefecht". Fehler: Kletterfehler: Aldo hat, mit den Füßen auf Reibung stehend, die Reibung vernachlässigt und damit aufgegeben, um einen fernen Griff zu "erhaschen". Da der Griff nicht erreichbar war, war der Stand nicht mehr zu halten. Sicherungsfehler: Der Sicherungsmann war bei aktiver Körpersicherung zu weit von der Wand entfernt und zudem nicht rückgesichert. |

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Bild 1: Der Schock sitzt tief: Aldo nach der Landung unterhalb des ersten Ringes. Bild 2: Da alles in Ordnung war (Volkers Verletzung war noch nicht absehbar) ging es gleich noch einmal in die Tour. Bild zwei zeigt dann die Bewegung im richtigen Bereich - der Gipfel wurde erreicht. | | |
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August 2002 - Absturz am Braschelstein Zwei Unfälle, die vermeidbar waren. |

Beide Führen auf einem Blick: Aldo in "Klein aber fein", links "Gummifresser" und Balkon | Fall 1: Volker und Paul steigen die Tour "Klein aber fein" (VII a), Paul sichert. Volker klinkt über seinem Kopf in etwa 3,5m Höhe über dem Boden den ersten Karabiner, hängt das Seil ein und steigt weiter. Als er den Sicherungspunkt etwa in Körpermitte hatte, rutscht er von einem Griff ab und stürzt. Obwohl theoretisch nicht möglich, schlägt er pendelnd im Bereich des Einstieges auf und verletzt sich am Bein (großflächige Schürfwunde) Ursache: Paul hatte Seil ausgeben müssen, damit Volker den Sicherungspunkt einklinken kann. Als Volker weiter stieg und somit einen Seilüberschuss hatte, hat Paul das Seil nicht eingezogen und die Sicherung somit nicht ausreichend straff gehalten. Damit hatte Volker beim Sturz einen erheblichen Seilüberschuss, der neben der Seildehnung ausreichend war, um bis zum Boden zurückzufallen. Fall 2: Zwei uns namentlich nicht bekannte Kletterer steigen die Tour "Gummifresser", bei der man in ca. 8m Höhe einen Balkon erreicht, von dem man dann weiter in Richtung Umlenkpunkt steigen muss. | Der Vorsteiger will gerade das Seil in den Umlenkpunkt einhängen, als er stürzt, mit dem Rücken auf der Balkonkante aufschlägt und schließlich über den Balkon noch ein beachtliches Stück herunterrollt. Die Verletzungen sind uns nicht bekannt - er ging wenig später recht wankend und benommen - lebt aber noch :-) und klettert auch wieder. Ursache: Routine täuscht Sicherheit vor und wir ertappen uns manchmal selbst dabei: auf Touren, die man zu beherrschen glaubt, werden nicht mehr alle Sicherungspunkte eingeklinkt. So war es auch hier: Der Vorsteiger hatte den letzten Bohrhaken ausgelassen. Beim klinken des Umlenkpunkt brach der Kunstgriff, an dem er sich mit der anderen Hand festgehalten hatte, heraus. Der Sturz war nicht mehr vermeidbar. | | |
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Probleme mit dem Material Was macht man beim Klettern, wenn plötzlich das Material fehlt? Gibt es nicht? Oh doch! | Fall 1: Maria und Aldo klettern im Bielatal, Sächsische Schweiz, den Südwestriss (IV) am Schwarzmühlenwächter. Aldo steigt vor, wagt dann jedoch nicht den entscheidenden Zug aus dem überhängenden Einstiegsriss. Maria will es probieren. Und obwohl sie weder Überhänge noch Risse mag, gelingt ihr der Einstieg in die Route. Als sie schließlich ca. 5 - 6m über dem Einstieg die erste Sicherung legen will, kommt das Erwachen. Sie hat weder Expressschlingenkarabiner noch Schlingen bei. Die trägt Aldo, der wollte ja vorsteigen, am Gurt. In einer abenteuerlichen Aktion wurde das Material nach oben gebracht - Glück gehabt! An anderer Stelle hätte das schief gehen können! (Nachsatz: Der Witz hier allerdings - nach dem Einstieg braucht man eigentlich nicht mehr sichern, so einfach ist die Tour dann!) Fall 2: Bei dem Versuch, den Mittellegigrat am Eiger zu besteigen, steigt Aldo am Wechsel vom Challifirn auf die unteren Bänder des Grates (III+) vor. Die Ausrüstung war bei der Tourenplanung auf fünf Expressschlingenkarabiner beschränkt worden. Die klinkt Aldo auch - allerdings waren auf den ca. 40m Kletterstrecke wesentlich mehr Bohrhaken vorhanden. Zum Ende hin musste eine Expressschlinge demontiert und ein zusätzlicher HMS-Karabiner eingesetzt werden. Es ging also noch einmal gut - und auch so war alles kein Problem - das Gelände wurde nach oben zunehmend leichter. Anders hätte es sicherlich in schwererem Gelände ausgesehen - vor allem, wenn dann auch noch die Nerven blank liegen sollten. | | |
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Blitzschlag an der Muchetta |
 Auf dem Gipfel! Ist das im Hintergrund ein Gewitter?

Es war eins! Das gleiche Wolkenbild ca. 10 min später. | Es ist wohl der Alptraum aller Bergfreunde, ob für Wanderer oder für Kletterer: ein Berggewitter. Am besten, man achtet auf den Wetterbericht und geht der Gewittergefahr einfach aus dem Wege. So denken wir auch! Doch es kann alles ganz anders kommen: Am 19.08.1998 war Aldo mit einer Gruppe von Sportfreunden des LTSV Forst 1990 e.V. am Albulapass (Schweiz/Graubünden) unterwegs und wandernd sollte der Gipfel des Muchetta, 2623 m, erstiegen werden. Der Wetterbericht hatte störungsfreies Wetter mit leichter Quellbewölkung am Nachmittag vorausgesagt. Hinweise auf Gewitter gab es nicht. Bei Erreichen des Gipfels hatte sich tatsächlich Quellbewölkung gebildet, aufgehäuft hatte sie sich jedoch noch nicht. Nur einige Wolken waren an der Unterseite dunkel gefärbt. Als der Gipfel nördlich über einen langen Grat verlassen werden sollte, gab es plötzlich einen Donnerschlag. Gewitter? Davon war jedoch keine Spur! Nach einem zweiten Donnerschlag allerdings war klar, dass etwas in der Luft liegen müsse. Schnell wurde der Grat um einige Meter abwärts verlassen und die Gruppe (acht Personen) fädelte sich im Abstand von jeweils fünf Metern hockend auf. | Das so genannte Potenzgefälle sollte so gering wie möglich gehalten werden. Tatsächlich wurde es leicht stürmisch, regnete plötzlich ein wenig und es gab einen dritten Donnerschlag. Dann kam die Sonne schon wieder zum Vorschein, alles in allem nach maximal fünf Minuten. Vorbei? Die ersten hatten sich bereits erhoben. Aldo beschreibt die dann aber folgende Situation so: "Ich war noch nicht aufgestanden und sah plötzlich lauter kleine Lichtpunkte in der Luft. Ich wollte noch schreien >ein Blitz<, aber dazu kam ich schon nicht mehr. Es krachte gewaltig." Ein Blitz war in ummittelbarer Nähe oder sogar in die Gruppe eingeschlagen. Während drei Personen außer dem Knall und den Blitz nichts wahrnahmen, hatte Marion ein Kribbeln und einen blauen Lichtblitz um ihre Hand, mit der sie Max gerade das Fläschchen gab. Zwei Wanderer beschrieben, dass sie den Eindruck hatten, jemand hätte ihnen mit einer Peitsche über den Kopf geschlagen. Drei weiter entfernte Personen wurden aus dem Stand geschleudert und können sich an das Geschehen nicht erinnern, einer blieb ca. 5 Minuten regungslos liegen, kam dann zum Glück zu sich und hatte eine leichte Brandwunde auf der Wange. Es war alles gut gegangen! Zum Glück! Die Erfahrung Blitzschlag in den Bergen war allerdings beeindruckend und jeder hofft, das nicht wieder erleben zu müssen. Dass man diese Gefahr allerdings auch bei größter Vorsicht nicht immer ausschließen kann, beweist dieses Beispiel. Übrigens: Als der Vorfall später im Tal berichtet wurde, haben die "Zurückgebliebenen" nur gestaunt. Von einem Gewitter hatte niemand etwas bemerkt. | | |
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Steinschlag am Jubiläumsgrat Helme sind einfach lästig und überflüssig ... oder doch nicht? | Steinschlag gehört wohl zu den Ereignissen einer alpinen Tour, die am häufigsten vorkommen. Zum Glück aber zumeist in weiter Ferne. Anders am 22. Juli 2003 auf dem Jubiläumsgrat . Aldo, letzter seiner Gruppe, näherte sich im Aufstieg zur Inneren Höllentalspitze gerade der Drahtseilversicherung einer Steilflanke als über ihn aus ca. 15 m Höhe der Ruf "Stein" ertönte. Sofort nahm er Deckung, den Kopf und Körper so nah wie möglich an die Wand und den Rucksack so weit wie möglich nach oben. Dann krachte es schon gewaltig: Der laut Beschreibung der anderen annähernd handballgroße Stein setzte einmal auf, zersprang in zwei Teile und während ein Teil ins Tal fiel, sprang das andere über die über Aldo stehende Kletterin hinweg und schlug seitlich in Aldos Helm ein. Von dort prallte er ab, schlug nun auf die linke Schulter um schließlich auch hinab ins Tal zu poltern. Der Helm hatte einen ordentlichen Einschlag, die Schulter auch. Sie schmerzte zwar gewaltig und auch Blut floss zunächst, aber zum Glück blieb alles im Rahmen. Die Tour ging weiter und wurde, wie unserem Bericht ja zu entnehmen ist, auch erfolgreich beendet. Beim Arztbesuch nach der Rückkehr wurde aber schließlich das gesamte Ausmaß deutlich: die Schulter war gebrochen ... Glück im Unglück: der Bruch lag an so einer günstigen Stelle, dass sich die Beeinträchtigungen in Grenzen hielten |
 Schlecht zu erkennen, aber deutlich genug: der Helm hat einen Teil der Energie durch Verformung aufgenommen ...
 ... die Schulter einen weiteren Teil der Energie. Hier ist aber die Verformung nur teilweise sichtbar ;-))
| Nicht auszumalen sind aber die Folgen, die eingetreten wären, wenn Aldo ohne Helm unterwegs gewesen wäre. Im günstigsten Fall wäre nur diese Tour zu Ende gewesen! Helme sind nur so lange lästig bis man sich an das Tragen gewöhnt hat. Und überflüssig sind sie erst recht nicht, sondern sie sind ein Muss in den Alpen ... oder bist Du noch immer anderer Meinung? | | |
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