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Watzmann-Ostwand
Berchtesgadener Weg III+ - Fehleranalyse | Versuch einer Fehleranalyse zur Tour vom 13./14.10.2001 | Wir haben die Wand geschafft und sind gesund und munter zurück. Trotzdem gibt es einiges, worüber nachgedacht werden musste. Vor allem für diejenigen, die unsere Seite besuchen, um Hinweise für ihr Unternehmen zu finden, hier einige der Überlegungen: |
1. Wir hatten zu viel Gepäck Wegen des Schnees (Wir hatten Im Watzmannhaus angerufen und man hatte uns mitgeteilt, dass auf den Rampen noch 3 bis 4 m Schnee liegen sollen) waren wir ausgerüstet, wie für eine Winterbegehung. Doch Gewicht bremst hier, denn es geht ununterbrochen steil bergauf - das erfordert hohen Kniehub und ist kraftraubend. Leichtestes Gepäck ist angesagt, das Notwendigste sollte schon dabei sein, mehr aber nicht. | 2. Wir sind zu spät eingestiegen Da wir erst am Freitagabend von Cottbus losgefahren sind, konnten wir am Samstag erst das erste Schiff nehmen und waren erst gegen 10 Uhr am Einstieg. Im Oktober aber erst um 10 Uhr zu starten ist, da die Tour mit 6 - 8 Stunden ausgeschrieben ist, von vornherein ein riskantes Unternehmen, denn gegen 18 Uhr ist langsam Schluss mit dem Licht. Folgerichtig standen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit an der Biwakschachtel. Die Nacht zuvor sollte im Ostwandlager verbracht werden, um bereits bei Einsetzen der Dämmerung im Einstieg zu sein. | 3. Wir waren zu dritt zu langsam Als Dreierseilschaft sind wir lange Stücken gesichert gegangen. Das kostet Zeit, ist aber, wenn man auf Sicherheit bedacht ist, an den heikelsten Passagen - auch wenn man sich sicher fühlt - zu empfehlen. Besser ist das Gehen zu zweit. Oder: jeder ist für sich selbst verantwortlich und man geht völlig ungesichert. Nur das ist wohl nicht Sinn des Ganzen. Am besten nur in die Wand einsteigen, wenn man den dritten Grad auch bei betäubender Ausgesetztheit sicher beherrscht. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken) | 
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|  Matthias Böhlke, Aldo Bergmann, Axel Bricks 14.10.2001
| Zu langsam in der Wand unterwegs, das hieß biwakieren in/an der Biwakschachtel. Da zwei österreichische Bergsteiger ganz ohne Biwakausrüstung unterwegs waren und die Schachtel für fünf Personen nicht reichte, schlief Aldo draußen angebunden. Lohnenswert allerdings dann der phantastische Sonnenaufgang am folgenden Morgen. Wer den will, muss in der Biwakschachtel bleiben. | Zu wenig Getränke, und dann ein Kocher ohne Zündmittel - mehr kann man nicht falsch machen! Folge: wir aßen Schnee, und Schnee, und Schnee - nur der Durst ging nicht weg! | Nach mehr als zwölf Stunden reiner Steigezeit endlich auf dem Gipfel der Südspitze. Was dann kam, war noch einmal eine Tour für sich - der Watzmanngrat mit Abstieg zum Watzmannhaus. | 4. Für die Wand muss man mental reif sein Als Sachsenkletterer sind wir mehr oder weniger steile und hohe Klettereien gewohnt. Besonders Aldo sah aber bereits an den Spornen und später am Ende der Gipfelschlucht etwas "merkwürdig" aus - halb so wild, aber es musste mehr gesichert werden, wo es sonst vielleicht nicht nötig gewesen wäre. Klettern können ist nicht klettern können! Bei dieser Tour sollte auch der Kopf hundertprozentig klar sein; auch in Krisensituationen muss man bei 1000m unterm A... genau wissen, was zu tun ist. | 5. Wir hatten zu wenig Getränke Jeder hatte ausreichend Getränke mit - dachten wir. Im Schuttkar war die letzte Wasserstelle; die Wasserstelle Gipfelschlucht war trotz Schnee versiegt. Dazu Hitze, Hitze, Hitze ... und zwei Tage Durst! Ausreichend Getränke sind das A und O - vor allem wenn die Sonne voll in die Ostwand prallt. Zwar hätten wir am Abend noch ausreichend Schnee schmelzen können, aber aus welchen Gründen auch immer haben wir das nicht getan: Leichtsinn! | 6. Wir waren im Gewaltritt unterwegs Watzmann-Ostwand in 55 Stunden, gerechnet ab/bis Cottbus. Die Nächte waren sehr kurz; Axel und Matthias hatten als Kraftfahrer noch die Belastung der Autobahnfahrt. Das hat Kräfte im Vorfeld gekostet! Für diese Tour muss man fit sein, wie ein Turnschuh. Nicht nur die Klettertechnik und die allgemeine Kondition, die unbedingt vorhanden sein sollten, sind entscheidend, sondern auch die Tagesform. |
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