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Hinterbrandeisfall bei Berchtesgaden

Hinterbrandeisfall
bei Berchtesgaden

(Zur Beschreibung auf die Bilder klicken)

Der Hinterbrandeisfall (in anderen Quellen auch: Hinterbrand Eisfall) ist ein schöner, nicht allzu hoher und auch nicht zu schwerer Eisfall, der sich unten als fast senkrechte Säule, oben gutmütig über den Felsabbruch geneigt, aufstellt.
Rechts und links davon befinden sich noch zahlreiche weitere, deutlich schwerere Eissäulen und -zapfen und laut Kletterführer eingebohrte Mixtouren bis zum achten Grad. Ein sehr schöner Spielplatz für Eiskletterer!

Zustieg: Mit dem PKW von Berchtesgaden in Richtung Obersalzberg hinauf fahren, im Kreisverkehr in Richtung Hinterbrand und dort den PP möglichst weit hinten nutzen. Nun dem schmalen Fußweg in Richtung Mittelstation Jenner ca. 10 - 12 min folgen, bis man an ein Steinhäuschen an einem kleinen Bachlauf trifft. (Als lawinengefährdet gekennzeichnet) Dem Bach folgend etwa 200 Längenmeter absteigen zu den Eisfällen.

Anforderung: WI 3+ - 4, Kletterlänge ca. 25 m,
(Hinweis: Die Angabe "20m" im Eiskletterführer ist eindeutig falsch - zum Abseilen benötigt man sogar ein 60m-Seil. Toprope könnte möglich sein - aber nur unzureichende Umlenkmöglichkeiten direkt über dem Eisfall)
 

Literatur: "Eiskletterführer Salzburger Land", Panico Alpinverlag, ISBN 3-926807-57-1,
(Der einzige Führer, den es für die Region Salzburg im Norden bis Böckstein im Süden gibt. Wir Eiskletterführer Salzbuirger Landwaren nur im Bereich A, Salzburg und Umgebung, unterwegs und enttäuscht. Denn immer wieder trafen wir auf ungenaue und unzureichende Zustiegsangaben. Und Schnee darf erst recht nicht liegen, dann findet sich der Ortsunkundige gar nicht mehr zurecht. Aber vielleicht haben wir uns ja auch zu dämlich angestellt ;) )

Karte: Kompass, Wander- und  Radtourenkarte  794, Berchtesgadener Land,  ISBN 3-85491-598-5

Unser Team am 16.02.2009: Thomas Herrmann und Aldo Bergmann im geteilten Vorstieg

Nicht zu hoch, nicht zu schwer und das Seil kann man oben einhängen und Toprope klettern - Herz, was willst du mehr! So dachten mein Kletterpartner Thomas Herrmann und ich, als wir uns für unseren Eiskletter-Restart am 16. Februar 2009 für diesen Eisfall entschieden hatten. Als wir dann nach vielen Jahren Eiskletter-Abstinenz vor dem Eisfall standen, ist uns genau dieses Herz dann aber doch etwas in die Hose gerutscht. Toprope? Nee, das ging nicht. Und da hoch? Na, wie denn?!

Jedenfalls waren wir nun da, hatten den Eisfall nach langem Suchen endlich gefunden - es musste etwas passieren. Etwas ängstlich, aber entschlossen genug, haben wir es dann so gemacht:
Immer abwechselnd sind wir in die Eissäule gestiegen, haben etwas Höhe gewonnen und eine Eisschraube gesetzt. Dann aber, nach ca. 7 bis 8 Meter, war klar, dass das so nicht geht, wir würden für die  ca. 25 m Tage brauchen ;)
Da half nur eins: Selbstvertrauen! Wir hatten doch damals am Jenner gelernt, wie es geht, haben zig Lehrbücher studiert ...
Und siehe da, es ging! Plötzlich war der Knoten geplatzt, die Eisschrauben als Sicherungspunkte wurden um ein paar Meter überstiegen und schon waren wir oben! Unser erster echter Eisfall im geteilten Vorstieg.
Wie hatte ich eingangs geschrien? Herz, was willst du mehr!
Hier ein paar Bilder:

1Zustieg zum Hinterbrandeisfall 2Areal am Hinterbrandeisfall 3Hinterbrandeisfall 4Einstieg am Hinterbrandeisfall  5Vierte Sicherung 
6Beginn des letzten Drittels 7Hinterbrandeisfall - Ausstieg 8Abgeseilt 9Aufstieg nach getaner Arbeit 10Das haben wir und verdient ;)

Bild  1:
 

Wenn man dieses Schild erreicht hat, ist man richtig ;) Genau diese Lawinenrinne muss man ca. 200 Längenmeter absteigen, um zu den Hinterbrandeisfällen zu gelangen.
Bild  2:Schon nach wenigen Metern Abstieg öffnet sich der Blick auf das Eiskletterareal, vorn links der große Eisfall am Hinterbrand.
Bild  3:Thomas Steht hier schon am Fuß des Eisfalls, ich bin noch im Abstieg. Das Bild vermittelt einen Eindruck über die Höhe des Falls.
Bild  4:Zitternd ging es los, auf dem Weg zur zweiten Eisschraube - irgendwie "komisch" ohne Seil von oben!
Bild  5: Arbeitsteilung, Thomas ist dran, hier schon an der vierten Zwischensicherung, er ist gerade dabei, die Eisschraube zu setzen.
Bild  6:Der Beginn des oberen Drittels, jetzt ging es in einem Zuge nach oben!
Bild  7:Das letzte Stück zum Standplatz - der Ausstieg des Eisfalls im Tiefschnee.
Bild  8:Thomas nach der Abseile - von wegen 20 m, vom 60m-Seil liegen kaum noch Enden unten!!!
Bild  9:Aufstieg nach der Tour - der Eisfall ist ordentlich vom Schnee beräumt ;)
Bild 10:Das haben wir uns verdient ;)

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