Der Paterkofel ist durch uns erstmals im Oktober 2003 über den Innerkofler-Klettersteig bestiegen worden. Alle allgemeinen Informationen befinden sich im dortigren Tourenbericht, der über die jeweilige Verlinkung "Innerkofler-Klettersteig" zu erreichen ist. Wer den Nordnordwestgrat beginnend bei der Drei-Zinnen-Hütte ersteigt und anschließend zum Paternsattel absteigt, kombiniert praktisch die Begehung eines herausragenden Klettersteiges mit einer nicht weniger herausragenden Klettertour. Talort und Ausgangspunkt: Cortina d'Ampezzo, Auronzo-Hütte (mautpflichtige Straße) Anforderungen: III+, überwiegend II und III, Kletterlänge: 280m, Kletterzeit: Angabe lt. Führer 2 Std., wir haben 3,5 Std. gebraucht. | 
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Der Zustieg: Dem Innerkofler-Klettersteig von der Drei-Zinnen-Hütte folgend bis zum Ende des Kriegsstollens. Unmittelbar nach dem Stollenausgang führt der Klettersteig drahtseilversichert steil rechts aufwärts, um wenig später einen scharfen Linksbogen zu machen. Unmittelbar dort befindet sich der Einstieg. Würde man den Bogen nicht gehen, würde man direkt in die Rinne, in der diese Tour beginnt, steigen müssen. Zustiegsdauer: max. 45 min Die Route: 1. SL: Man folgt der geröllgefüllten Rinne bis an eine senkrechte (in anderen Führern heißt es "überhängende") Wand, die die Rinne scheinbar abschließt und den Weiterweg versperrt. ca. 40 m, II, sehr brüchig und steinschlaggefährdet; 2. SL: Man verlässt die Rinne nun in Aufstiegsrichtung links haltend über steiles kleingriffiges Gelände (III+) um so bald wie möglich im Bogen oberhalb der sperrenden Wand in die Rinne zurückzukehren und ihr bis zur Scharte zwischen der Wand des Gipfels und dem oberen Gratturm zu folgen. ca. 45 m, II bis III+, sehr brüchig und steinschlaggefährdet; 3. SL: Man verlässt die Scharte, indem man einen deutlich erkennbaren Riss, wir Sachsenkletterer würden es eher einen Kamin nennen, ersteigt, der oben durch einen Block versperrt ist. Den umgeht man in Aufstiegsrichtung am besten links an der Wand. Dann geht es angenehm über zwei Rampen links haltend aufwärts bis zu einem guten Standplatz an einer senkrechten gelben Wand. Dort offenbart sich dann ein bis dahin versteckter Riss hinter einer der Wand vorgelagerten Platte. ca. 45 m, II und III, 4. SL: Man folgt nun dem bis dahin versteckten Riss, jetzt rechtshaltend in Aufstiegsrichtung, spreizt oberhalb des Risses zwischen einem Block und der Wand hoch und steigt schräg aufwärts bis unmittelbar an den Grat (jetzt verdammt luftig). ca. 40 m, II und III+ (III+ ist unseres Erachtens der Einstieg in den Riss) Hinweis: Seillängen 1 bis 4 klettert man auf der Nordostseite des Gipfels 5. SL: Nun über mehrere Bänder/Rampen direkt auf dem Grad aufwärts bis zu einem Geröllband unterhalb eines Steilaufschwunges des Grates, Standplatz leicht rechts davon in der Nähe eines kleinen Felstürmchens. ca. 40m, III, 6. SL: Jetzt steigt man rechts haltend zwischen Wand und Felstürmchen leicht an und dann einige Meter abwärts und gelangt zu einem schräg aufwärts ziehenden Riss, für uns Sachsenkletterer eher eine kaminartige Rinne, der man kletternd, teilweise spreizend bis auf den Gipfelgrat folgt. ca. 45 m, III, teilweise brüchig Hinweis: Seillänge 6 klettert man auf der Südwestseite des Gipfels 7. und 8. SL: Direkt auf dem schmalen Grat über zwei kleine Aufschwünge (jeweils II) recht luftig zum Gipfelkreuz. ca. 60m, I und II; Abstieg: Über den Klettersteig bis zur Gamsscharte, dann entweder zurück zur Drei-Zinnen-Hütte oder dem Innerkofler-Klettersteig zum Paternsattel folgend. Abstiegsdauer jeweils ca. 1 Std. Absicherung: Es sind weder Stand- noch Zwischenhaken vorhanden. Vereinzelt sind normale Felshaken eingeschlagen. Ein Satz Klemmkeile, kleine Friends und vor allem Bandschlingen - viele Köpfel und Sanduhren - sind zu empfehlen. Alle Sicherungen lassen sich hervorragend legen. Das Einschlagen von Haken ist unseres Erachtens überflüssig. Unsere Bewertung: Eine herrliche luftige Bergfahrt im durchweg grünen Bereich. Nur die beiden Einstiegsseillängen erfordern Nerven wie Stricke, da sich alles irgendwie bewegt. Ab dann ist die Tour aber ein gut gesicherter Hochgenuss und macht den "düsteren" Einstieg durch griffiges Gelände und atemberaubende Tiefblicke schnell vergessen. Unbedingt zu empfehlen. Literatur: Anette Köhler / Norbert Memmel, Kletterführer Dolomiten, Bergverlag Rother, ISBN 3-7633-3015-1 (Auch als Touren-Disk erhältlich, Titel: "Felsenparadies Dolomiten, 106 mal Klettergenuss zwischen III und VII") Goedeke, "Alpenvereinsführer Sextener Dolomiten extrem", Bergverlag Rother, ISBN 3-7633-1255-2 Karte: Kompass 625, Sextener Dolomiten, ISBN 3-87051-749-2; Unser Team vom 18.09.2005: Steffen Große und Aldo Bergmann |