Talort und Ausgangspunkt: Dolomiten, Cortina d'Ampezzo, Falzaregopassstraße, Parkplatz der Seilbahnstation zur Rifuigio Scoiattoli (1900m), Anforderungen: IV, erste Seillänge, dann III, Kletterlänge: 135 m, Kletterzeit: Angabe lt. Führer 1,5 Std., wir haben 1 Std. 50 min gebraucht. Der Zustieg: Entweder vom Parkplatz an der Talstation der Seilbahn ca. 1 Std. 10 min aufsteigen oder mit der Seilbahn zur Rifuigio Scoiattoli und von dort 10 min zum Einstieg. Alternativ: von der Cinque-Torri-Hütte, die man zeitweise mit dem PKW erreichen kann, in ca. 15 min zum Einstieg. Die Route: 1. Seillänge, IV, 30 m Man steigt vom höchsten Punkt an der Südwestseite, den man problemlos anwandern kann (Lagerplatz für die zurückzulassenden Sachen), leicht rechts haltend direkt unter den gelben Überhang, der rechts an seiner sichtbar schwächsten Stelle - etwas schwächer überhängend und dunkler Fels - zu überwinden ist (Schlüsselstelle der gesamten Tour). Unmittelbar darüber sehr guter Standplatz. 2. Seillänge , III, 35 m, Vom ersten Standplatz gut griffig zum deutlich erkennbaren Überhang und direkt darunter rechts aufsteigen. Der Standplatz befindet sich auf einem nicht zu übersehenden Absatz. (Hinweis: wir sind im Juli 2005 links durch einen überhängenden Riss am Überhang vorbei gestiegen, nach unserer Einschätzung deutlich schwerer, IV- bis IV) 3. Seillänge , III, 35 m, Vom zweiten Standplatz ein etwas kräftiger aber durch Haken gut gesicherter Zug über eine überhängende Stufe, dann ziemlich gerade aufwärts. Schon nach etwa 10m kommt der nächste gebohrte Ring - einfach etwa 20m zum nächsten Standplatz weiter asteigen. Eine ca. 5m hohe Steilstufe am Ende dieser Seillänge kann man leicht links umgehen. (direkt wohl etwa IV-) 4. Seillänge , III, 35 m, Weiter gerade aufwärts zur deutlich erkennbaren Verschneidung/Rinne und durch diese (eigentlich reine Wandkletterei) zum Gipfel. Ca. 10m unter dem Gipfel befindet sich ein weiterer gebohrter Standplatz, dann man getrost auslassen kann. Abstieg: Direkt gegenüber dem Ausstieg an einer Kette (nördlich) 25m auf ein Band abseilen. Dort befindet sich ca. 5m links ein weiterer Abseilhaken. Von dort ca. 20m in die Scharte zwischen West- und Südgipfel abseilen. Hier muss man auf ausgetretenem Pfad einige Meter nördlich absteigen, eine weitere Kette befindet sich etwas versteckt an einem der großen Blöcke/Felstürmchen. Von dort nochmals ca. 28m bis zum Wandfuß. Dann in ca. 5 min östlich um den Gipfel zurück zum Einstieg wandern. Gesamtdauer etwa 30 min. Absicherung: Stand- und Zwischenhaken sind vorhanden. Die Mitnahme einiger Schlingen, auch zum Verlängern der Sicherungen an den Ringen, wird empfohlen. Literatur: Anette Köhler / Norbert Memmel, Kletterführer Dolomiten, Bergverlag Rother, ISBN 3-7633-3015-1 (Auch als Touren-Disk erhältlich, Titel: "Felsenparadies Dolomiten, 106 mal Klettergenuss zwischen III und VII") Unsere Teams: 14.09.2005: wegen Regen gemeinsam gescheitert Thomas Herrmann, Steffen Große, Andreas Richter, Aldo Bergman 19.07.2005: Thomas Herrmann, Aldo Bergmann 12.09.2005: in zwei Seilschaften Thomas Herrmann und Steffen Große / Aldo Bergmann und Andreas Richter |
Beeindruckt von der Schönheit der Cinque Torri hatte wir im September 2004 erstmals einen Versuch am Westgipfel des Torre Grande gewagt. Allerdings setzte dann der für etwas später angekündigte Regen ein. Es musste vom ersten Standplatz wieder abgeseilt werden. So sind die Bilder 1 und 2 charakteristisch für diesen Tag. Aber die Tour war natürlich nicht aufgegeben. So waren bereits im Juli 2005 Thomas Herrmann und Aldo Bergman in der Via delle Guide unterwegs und von der Klasse dieser Führe beeindruckt. Kein Wunder, dass es auch in der Dolomitenkletterwoche im September 2005 nochmals an diese phantastischen Türme ging. Hier wurde dann für alle der "Sack" aus dem Jahre 2004 abgehangen, Thomas Herrmann und Steffen Große stiegen in der ersten, Aldo Bergmann und Andreas Richter in der zweiten Seilschaft. Und wie nicht anders zu erwarten: es war einfach nur schön! Bilder 3 und 4 zeigen Thomas Herrmann in der ersten Seillänge, einmal wenige Meter über dem Boden, dann bereits über der Schlüsselstelle, dem Überhang, der die erste Seillänge zur Schlüsselseillänge macht. Hier gilt: beherzt zugreifen, höher treten und Aufrichten - das Problem löst sich überraschend einfach! Bild 5 zeigt den Versteiger aus der Tour vom 19. Juli 2005. Thomas steigt hier links neben dem Überhang der zweiten Seillänge durch einen überhängenden Riss. Tatsächlich steigt man rechts über eine steile Wandstufe am Überhang vorbei. Egal, auch das ging, war halt nur etwas spannender ;) Bilder 6 und 7 sind fast gleich, jeweils vom / zum dritten Standplatz aufgenommen. Auf Bild 6 nähert sich Andreas Richter in luftiger Höhe von ca. 100m über dem Einstieg dieser Stelle, auf Bild 7 hat Thomas Herrmann Aldo Bergmann aus der Wand zurück an diesem sehr bequemen Stand fotografiert. Übrigens sind alle Standplätze dieser Tour gut bis sehr gut. Bilder 8 und 9 erklären sich von selbst. Bild 9 zeigt die letzte Abseillänge zum Wandfuß. Früher ist man hier wohl zurück gestiegen, das ist nur zu bewundern. Wir jedenfalls waren heilfroh, als wir die dritte Kette gefunden hatten. Fazit: An den Cinque Torri sollte jeder Bergfreund mal gewesen sein, sie sind einfach atemberaubend schön. Und jeder Kletterer, der so wie wir im gemäßigten Schwierigkeitsbereich unterwegs ist, muss sich diese Tour holen. Hier trifft das Prädikat "Genusskletterei" mehr als zu. |