Startseite - Elbsandsteingebirge - Tourenberichte - 13 in einem Zuge, erster Versuch 2006

13 in einem Zuge
Eine besondere Klettergebietstour durch die Sächsische Schweiz

(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!)

Esa gibt Unternehmungen, über deren Sinn und Unsinn man eigentlich nur den Kopf schütteln kann. Aber nicht selten haben solche Abenteuer etwas Besonderes, Außergewöhnliches, und mit dem Schütteln des Kopfes schüttelt man schon die Überlegungen hervor, es ganz einfach auch mal zu probieren.

Ein solches Abenteuer hatte Dirk Wiesner ausgegraben.
Inspiriert von einem gleichartigen Unternehmen Sedlitzer Bergfreunde und nach eingehenden Internetrecherchen hieß die Zielstellung: alle dreizehn Klettergebiete der Sächsischen Schweiz an einem Tage zu Fuß durchwandern und jeweils einen Gipfel klettern.
Ein Mammutunternehmen mit immerhin mehr als 60 Kilometer Wegstrecke. Und auch die 13 Gipfel wollen erst einmal geklettert sein.

Klar dass man da nicht einfach losgehen kann um das "Ding zu machen", im Gegenteil. Damit überhaupt Aussicht auf Erfolg besteht, bedarf es einer doch nicht unerheblichen Logistik.
Und schon weil nicht alle Begeher dieser Tour ihre Wege und Gipfel preisgeben, hatte Wochen vor unserem Unternehmen die Planung begonnen. Wegstrecken wurden abgegangen, arbeitsteilig wurden Gipfel erkundet. Es schien alles in der Tasche zu sein!

Stockfinster, verzweifelte Suche
nach dem Dieb! Dann endlich der erste Gipfel der Tour!

Nach Bielatal und Grenzgebiet folgt ein elendig langer Fußmarsch, und das einzige Stück mit Hilfsmitteln: die Fähre in Wehlen.

In Wehlen ging es auf die Wetterwarte, wenig später zum Frühstück im Herrmann in Rathen - ohne Bier ;)

Im Juni 2006 war es dann endlich soweit.
Nach einem schnellen Bier an der Ottomühle ging es gegen 22:30 Uhr des 22. Juni vom Bielatal in Richtung "Dieb" im Erzgebirgsgrenzgebiet. Denn er sollte pünktlich um 0:00 Uhr der erste Gipfel und damit der Start für das Unternehmen werden. Wiese hatte ihn Ostern 2006 erkundet und den Zustieg vorbereitet.

Aber jetzt war Juni. Dichtes Laub an Bäumen und Gestrüpp, Nacht! Alles sah anders und irgendwie gleich aus. Nach stundenlangem Suchen hatten wir gegen 1 :50 Uhr den Gipfel endlich gefunden und konnten um 2:00 Uhr endlich den ersten Gipfelbucheintrag machen. Der zweistündige Zeitverlust war heftig, aber noch war nichts verloren.

Planmäßig ging es durch eine laue Sommernacht ins Bielatal, in das Gebiet der Steine, über Wehlen und durch Rathen bis hin ins Brandgebiet.

Mit dem "Bahnhofswächter" hatten wir dann in glühender Mittagshitze auch den sechsten Gipfel und die Hälfte der Tour in der Tasche. Allerdings wurde es dann richtig hart.
Der Weg in die Schrammsteine, gewählt hatten wir die Variante über Bad Schandau, war weit. Mehr als 40 km und 14 Stunden Fußmarsch zeigten ihre Spuren.

Nach Rathen folgen wieder lange Märsche durch das Polenztal und entlang der Elbe. Einziger Gipfel: Bahnhofswächter
 

Links: ungeplant aber gut: die Variante zum AW am Bierdeckel, dann auf guter Tour im Schmilkaer Gebiet.
 

Die Abseile vom Rübezahlturm war unerwartet die letzte des Tages,.
Dei Wartburg wurde dann aber am kommenden Tag  nachgeholt.

Und irgendwie war dann zwar immer noch nichts verloren, aber plötzlich war der -Wurm drin!
Die als einzige Unbekannte der Tour vorgesehene "Obrigenwand" in den Schrammsteinen stand zwar wie erwartet am Weg, aber die einfachen Aufstiege entpuppten sich als schmierige unangenehme Angelegenheiten, die einfach nicht gingen. Also wieder runter, Zeitverlust mit eingepackt und ab zum "Bierdeckel", Variante zum Alten Weg, IV, geklettert, der schwerste Weg der ganzen Tour.
Das Schmilkaer Gebiet war schnell erreicht und "abgearbeitet", jetzt sollte das Heimspiel am "Rübezahlturm" in den Affensteinen folgen, immerhin waren wir da 2006 Jahreserste.

Der Gipfel selbst war dann auch tatsächlich kein Problem, nur der Weg dorthin. Wir haben einfach den richtigen Abzweig verpasst und mussten im großen Bogen über den unteren Fremdenweg zusätzliche Meter in Kauf nehmen.

Nächstes Ziel war dann die "Wartburg" im Kleinen Zschand. Aus meiner ersten Kletterzeit Ende der siebziger Jahre kannte ich eine tolle Abkürzung.
Komm mal fast 30 Jahre später in den gleichen Wald!
Ich fasse es kurz zusammen: als wir nach dem heftigsten Verlaufer des Tages gegen 21 Uhr kurz vor dem Gipfel standen, hatten wir zwar "nur" noch vier Gipfel und wenige Kilometer vor uns, auch zeitlich war bis 24 Uhr noch alles drin, aber die Luft war raus.

Im letzten Tageslicht kehrten wir in der Neumannsmühle ein, genossen das Nachlassen der Schmerzen in den Fußsohlen und endlich ein fettes Bierchen.

Wir hatten unser Ziel zwar nicht erreicht, mit ca. 53 Kilometer und 9 Gipfeln aber eine irre Tour erlebt.
Und wer mich/uns kennt weiß: das lassen wir natürlich so nicht auf uns sitzen!

Unsere kleinen und großen Fehler waren Anlass für uns, zu lernen. Wir haben an der Wegstrecke und an den anzusteuernden Gipfel gefeilt - und werden es erneut versuchen. Irgendwann demnächst!
Und dann verraten wir Tourverlauf und alle Gipfelnamen natürlich gern ;)))

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