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Regentag im Kleinen ZschandJahresrückblick 2019 – ein Jahr ohne ein wirkliches Ende

Ein Jahr ohne Ende - das gibt es nicht!
Ja, das ist richtig, jedes Jahr beginnt und endet und das wird weiter so sein, solange es die Zeit gibt. Aber es gibt viele Dinge im Leben, die auf gar keinen Fall mit dem Jahresende enden sollten:  die Familie, die Liebe, der Beruf, die Gesundheit, um nur einige von wohl unzähligen Dingen zu nennen. Bei anderen Dingen aber wäre es schön – weg damit in die Vergessenheit!

10. Juni 2019, Pfingstmontag, Mittagszeit
Wir sitzen mit Almuth auf dem Balkon und versuchen, das Beste aus dem wolkigen, aber warmen Tag zu machen. Das Leben ist schön, das Jahr war bis wenige Tage zuvor, bestens gelaufen.

Begonnen hatten wir 2019 in Mittelndorf. Almuth hatte am Neujahrstag mit dem Vorstieg an der regennassen Raupe das Bergjahr eröffnet und nur einen Tag später haben wir eine herausragend schöne Winterwanderung im Khaatal erlebt.
Auch 2019 war der Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf einer der ersten Höhepunkte, diesmal besonders aufregend, weil es ein neues Ziel und damit eine andere Organisation gab – er war letztendlich ein voller Erfolg.

Schon bald hatte das Kletterjahr, in dem es dann endlich zu gemeinsamen Bergtouren in die Alpen gehen sollte, so richtig Fahrt aufgenommen. Im März tobten wir uns am Rabentürmchen aus und waren wenig später am Tellerhörnel bei Hinterhermsdorf unterwegs. Für Almuth wurde später der botanisch wertvolle Bahnhofswächter gesammelt, genussvoll waren wir im Bielatal und am Gamrig klettern.

Ende April dann ein echter Höhepunkt – unsere Party zu unserer Hochzeit mit unseren besten Freunden in Mittelndorf – was waren das für schöne Tage in den Bergen und was war das für ein rauschendes Fest!

Das einfach herrliche Leben floss dahin und wir mit ihm paddelnd auf der Spree. Aus einer Stammtischidee war dieses Abenteuer für den 1. Mai geboren und meine anfängliche Skepsis war bald ausgeräumt.

Und weiter ging es: Männertag im Isergebirge mit einem Klettertag am Jested bei Liberec, der etwas oder besser ordentlich verkorkste Rennsteiglauf

almuth und aldo bergmann 6467  wanderung im khaatal 6468  ludwig leichhardt trail ultralauf 6469  rabentürmchen almuth bergmann 6470

scheibe am tellerhörnel 6471  gipfel setzling im bielatal :6472  heidewand wildensteiner gebiet 6473  paddeln auf der spree bei cottbus 6474

breithorn gipfel jested 6475  na kejpe isergebirge hauptkamm 6476 rennsteiglauf supermarathon schmücke 6477

… und dann war alles plötzlich anders!

Die Tage waren andere geworden, die Sonne schien anders, ein sehr lieber Mensch hatte das Ende seiner Zeit gefunden und uns in tiefe Trauer gerissen.

Und nun, nur wenige Tage später, 10. Juni 2019, Pfingstmontag, Nachmittag
Almuth findet ihren Frieden und ihre Ruhe nicht, ist unterwegs, ich sitze am PC – und wundere mich! Warum tun mir plötzlich die Arme so weh?!

Mein Leben ändert sich schlagartig.

Binnen Stunden bin ich an Armen und Beinen erheblich gelähmt, kein Herzinfarkt, kein Schlaganfall, nichts, auch alle anderen Werte sind in Ordnung – praktisch bin ich kerngesund! Erst vier Monate später und nach zahlreichen Untersuchungen erklärt mir ein Arzt, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Myelitis hätte, man könne nicht mehr feststellen, woher und man könne auch nicht sagen, wo es hingehe … Das war’s, mehr nicht!

Und mein Leben? Das ging weiter, zunächst irgendwie.

Es war meine so wahnsinnig liebe Almuth, die mich pflegte, wusch, versorgte, mich zwang, mich zu bewegen und mich am 22. Juni so aufpeppelte, dass wir unser bisher großartigstes Konzerterlebnis, RAMMSTEIN im Berliner Olympiastadion, doch noch gemeinsam erleben konnten.

Gehvermögen und Beweglichkeit der Arme und Hände kehrten nach und nach zurück, schon bald waren wir zügig gehend gemeinsam auf kleinen Runden unterwegs und dann endlich, im August, war es soweit – es konnte und sollte wieder in die geliebten Berge gehen.

Was war das für ein großer Moment auf der Narrenkappe – ich hatte nicht daran geglaubt, das nochmals erleben zu können!

rammstein berlin olympiastadion 6478  geocaching spreewaldbahn 6479  narrenkappe gipfelbuch 6480  nova motors roller almuth bergmann 6481

Es kam wieder Schwung in unser Leben, Kurzurlaub im Oybin, ein verregnetes und zugleich sonniges Kletterwochenende mit Fechi im Elbi und ein Wochenende auf der Töpferbaude.

Das Leben war weiter gegangen, auch mit Ausflügen nach Leipzig und Berlin, großartigen Opernerlebnissen in der Semperoper, einem Besuch der Dresdener Frauenkirche mit Stammtischfreund Peter und Frau, und, und, und ...

böhmische aussicht oybin 6482  almuth also bergmann zoo leipzig 6483  unterer fremdenweg am kleinen winterberg 6484  scharfensteinnadel gipfel 6485

semperoper almuth aldo bergmann 6486  70er jahre party kostüm 6487  königstein elbtal 6491  frauenkirche dresden 6488  almuth bergmann erster hochzeitstag 6489

Und jetzt, wo das Jahr sein Ende gefunden hat, findet es das für mich nicht so richtig. Denn nach wie vor steckt die Krankheit in mir, lähmt mich mal mehr, mal weniger, schleicht sich nur noch unmerklich aus. An Ultralaufen ist nicht zu denken und auch intensives Klettern steht in den Sternen.
Es geht also lückenlos weiter in das Jahr 2020, von dem ich hoffe, dass mein Zustand zumindest nicht wieder schlimmer wird, das wäre schon viel,  und dass wir glücklich bleiben können!

Ich danke allen Freunden und Bekannten für die gemeinsamen Stunden 2019, besonders für die nach dem 10. Juni – für die positiven Zusprüche, dafür, dass ihr an meiner Seite wart, dass ihr mir bei meinen vielleicht etwas langen und sich wiederholenden Krankengeschichten zugehört habt.

Und ich danke meiner liebsten Almuth, die reichlich mit eigenen Sorgen beladen war und für deren Hilfe es nicht die richtigen Dankesworte gibt – ich werde sie einfach öfters in den Arm nehmen und festhalten …

Berg heil, liebe Freunde,
auf ein friedliches und vor allem gesundes Jahr 2020 - für uns alle!

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