„Ich laufe nur schnell 60 km“
Im Hühnerkarussell des Mad Chicken Run
Seit 1981 laufe ich, damals gab es den Begriff noch gar nicht, Ultraläufe. Das heißt natürlich auch: mehr als 40 Jahre Erfahrung, man weiß halt, „wo es langgeht“. Naja, aber das heißt auch Routine und Blickverlust, das bedeutet: Anfängerfehler sind nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Nun, damit ist, zu dem was jetzt kommt, alles gesagt, oder?
Wie hatte ich den Bericht über den Mad Chicken Run 2025 beendet: „… damit ist nun wohl wirklich der Moment gekommen, Adieu zu diesem großartigen Event zu sagen! Denn bekanntlich soll man aufhören, wenn es am schönsten ist!“
Das war ernst gemeint, den im Wörtchen „wohl“ versteckten Zweifel habe ich erst jetzt entdeckt!
Dann als das 2026er Event näher rückte, sich unser Leben wie erhofft in neue Bahnen gerückt hatte, war da doch wieder diese Lust, dieses Kribbeln, dabei sein zu wollen. Da derzeit ein kleiner süßer Geist den Nachtschlaf raubt, war an 24 Stunden nicht zu denken, aber wenigstens die Mindeststrecke, 60 km, das müsste doch zu machen sein …
Peter Buschack, Chef des Events, hat mir – ich danke Dir sehr dafür – kurzerhand den Startplatz einer zurückgetretenen Läuferin verschafft, und, wie herrlich, am Morgen des 19. September stand ich im Kreise meiner Freunde an der Startlinie.
Mein Ziel: „Ich laufe nur schnell 60 km“
Guter Vorsatz, schlechter Ansatz – nach 30 km war ich durch! Viel zu schnell angegangen, falscher Schuh, Kopf nicht richtig frei. 60 km läuft man eben nicht mal so, es sind und bleiben anspruchsvolle 60 km.
Egal, 3 Std. 30 min für die erste und 5 Std. 20 für die zweite Hälfte meines Laufes – was für ein Einbruch - hat es gedauert, bis das Ziel in der Tasche war. Und ich war froh, dass für dieses Mal Schluss war!
Was für Anfängerfehler – und trotzdem: was für ein toller Tag!!
Diesmal überlege ich erst gar nicht, Adieu zu diesem großartigen Event zu sagen, die Startnummer 22 ist auch für 2027 gebucht.
Hier ein paar Bilder mit weiterführenden Informationen zu diesem Event:
Zum Teamfoto vor dem Start:
Alle haben die Mindestanforderung von 60 km erreicht und sich teilweise selbst übertroffen.
Claudia, Ultralaufneuling, hat es auf stolze 108 km gebracht, sich wahnsinnig gefreut und für 2027 gemeldet.
Maria hat ihren Erfolg von 2025 überboten und hammerharte 130 km absolviert.
Johannes, Ultralaufneuling, musste auf Platz 13 liegend nach 66 km leider verletzungsbedingt aussteigen.
Johanna, Ultralaufneuling, wollte 60 km laufen, hat dann einfach mal 62 km daraus gemacht und
Wiese, alter Hase, wollte 60 km erwandern, ist früh dann aber nochmals in die Runde und hat mit 70 km einen neuen persönlichen Rekord geschafft.
Auf dem Foto fehlt Mirko - der ist mit tollen 134 km nur knapp an seinem Rekord von 136 km vorbeigeschlittert, aber mehr als zufrieden.

