Der 1. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf
vom 15. März 2014
Um es gleich vorweg zu nehmen: der Ludwig-Leichhardt-Trail war nicht unsere Idee. Er war einfach da! Mit einem schwarzen Känguru auf gelbem Grund wurde vor nicht allzu langer Zeit ein Radwanderweg von Trebatsch, dem Geburtsort des regionalen Australienforschers, nach Cottbus (oder umgekehrt) geschaffen, der nicht nur an die Persönlichkeit Leichhardts erinnern, sondern wohl vor allem Touristen in die Region und über diese 54 km locken soll.
Es war dann wie so oft eine Schnapsidee, dass man diesen Weg doch auch zu Fuß zurücklegen könnte. Aus der anfänglichen Spinnerei von Volker Roßberg und Aldo Bergmann, hier einfach mal ein längeres Trainigsläufchen zu absolvieren, wurde der 15. März 2014 – ganz anders, als gedacht!
Der 2. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf
vom 21. Februar 2015
Das Känguru springt fröhlich über die Wiese, klatscht in die Hände und ruft: „Ein Tänzchen noch!“ Die Kapelle reagiert prompt: Laurentia, liebe Laurentia mein!
In Trebatsch, einem kleinen Ort an der Spree, treffen sich an diesem 21. Februar 2015, wie in jedem Jahr die Zamperer. Einer alten Tradition folgend geht es heute bunt verkleidet durch den Ort. Und doch ist es heuer anders als bisher.
Denn kurz zuvor hatte ein Reisebus gehalten und eine Schar Fremder strömte aus dem Gefährt, auch irgendwie „verkleidet“. Moderne Sportkleidung, Rucksäcke, Trinkflaschen und … durchnummeriert! Und genau diese Truppe ist plötzlich mitten im Geschehen, einige tanzen Laurentia, andere andere Tänzchen. Es wird geschwatzt, gelacht und selbst das eine oder andere isotonische Gerstengebräu, Kaffee und Tee werden genussvoll in der herrlichen Morgensonne dieses frühlingshaften Februartages geschlürft.
Das Bild ändert sich bald: die Zamperer ziehen mit lautem Tamteram ihrer Wege, winken fröhlich zurück, die „Durchnummerierten“ nehmen unter der eigens für sie gehissten Flagge Australiens Aufstellung. Rückwärts zählen ab 10, ein kurzer Jubel und weg sind sie.
Die Wölfe sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!
Gut 22 km liegen hinter den Läufern, als ein Schild ankündigt: „Dein Wolfsfoto“. Die Läufer des Vorjahres und aufmerksame Leser dieser Webseite wissen Bescheid: der Fotopunkt des Laufes ist erreicht. Nur wenig später steht den meisten Teilnehmern ein Grinsen im Gesicht, einige wenige haben sich allerdings auch erschrocken! Denn plötzlich springt ein Strauß mit Reiter aus dem Gebüsch! Jaja, die Wölfe sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!
Der Spaß dauert nur wenige Sekunden, Foto, lachen, schon geht es weiter, denn ca. 30 km liegen hier noch vor den Teilnehmern des 3. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralaufes.
Entsafter, T-Rex-Alarm und das Problem der Orientierung
Als Michael Bräsel bei seiner dritten Teilnahme an diesem Lauf nach 4:18 Std. als Erster das Schloss in Branitz erreicht, bleibt er vor der ersten Stufe der Freitreppe, dem finalen Schritt, stehen und meint verwundert: „Da war doch noch einer!“
„Nein!“ rufen fast alle, „Du bist Erster, nun los, erste Stufe!“ Er macht den Schritt – Sieger 2017!
на здоровье, ультра бегунов
5. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf vom 17.02.2018
„War das jetzt eben russisch?“
Ich musste lächeln, als ich diese Frage hörte. Zwei Läufer waren in genau dem Moment an mir vorbeigelaufen, als ich das (auch) auf russisch geschriebene Schild, das auf unseren Fotopunkt hinwies, für die Galerie fotografiert hatte. Und dann hörte ich:
„Guck mal, das kann doch nicht wahr sein …!“
Aber es war wahr! Da stand ein Soldat der ehemaligen sowjetischen Armee eine Flasche Wodka schwenkend am Rande der beschaulichen Spreewaldgemeinde Byhlen und winkte den Teilnehmern unseres Laufes zu.
Vorbei am Ziel zu neuen Zielen
6. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf
Ja, da war schon etwas Wehmut dabei, als wir am Nachmittag des 15. Februar 2019 am Schloss Branitz vorbeiführende Streckenmarkierungen angebracht haben. Dieses wunderschöne ehemalige Ziel unseres Laufevents ist (für uns) Geschichte, nun geht es ein paar Kilometer weiter zu einem neuen Ziel.
Trotzdem machte am darauffolgenden Tag der eine oder andere Wiederholungs-Teilnehmer unseres Laufes das Übliche: ein Foto auf der Schlosstreppe, eine witzige Idee! Aber halt, soweit sind wir noch lange nicht!
Mit der Spreewaldbahn zu neuen Streckenrekorden
Ein Lachen ging durch den Saal, als beim Briefing der Hinweis ergangen war, dass Ultraläufer ehrlich sind und, anders als manch Stadtmarathonläufer, öffentliche Transportmittel nicht zur Abkürzung benutzen, trotzdem aber vorsorglich darauf hingewiesen werde, dass das Nutzen der Spreewaldbahn bei uns nicht erlaubt sei.
Wurde nun gelacht, weil die Tatsache stimmt oder weil der Hinweis Quatsch ist – es gibt die Spreewaldbahn doch gar nicht mehr!
Ein Wintertag auf Sommerreise
Der 8. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf wurde nämlich ein "knallharter Sommerlauf".
Affenhitze mit Premieren
9. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf
Das hätte nicht besser inszeniert gewesen sein können, denn gerade als die letzte Urkunde der Siegerehrung am Vergeben war, rief jemand „Da kommen sie!“
Tatsächlich, Katrin und Friedrich, die letzten des Feldes, näherten sich dem Ziel, erst tosender Beifall, dann wieder ein Ruf: „Kommt, wir bilden eine Gasse!“
Und so liefen die beiden unter Applaus und umrahmt von nahezu allen Finishern, Helfern und Gästen über die Ziellinie, eine Premiere bei unserem Lauf … neben einer weiteren!
1 x ZEHN, 2 x 2 und ein Hamster mit Regenschirm
Dass das Foto-Maskottchen unserer 10. Laufauflage nun endlich mal ein Känguru sein muss, war klar. Aber habt ihr schon mal versucht, ein sinnvolles Kängurukostüm zu kaufen? Vermutlich nicht, warum auch, seid froh! Das gibt es nämlich nicht! Und so haben wir uns für eine Faschingsvariante entschieden, war ja schließlich auch der Faschingssamstag, und hatten damit einen echten Lacher im Programm: Was bist du denn? Ein Hamster, ein Wiesel, eine Ratte? Doch von vorn!
Die Streiche der Lutki und ein echtes Finale
11. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf
17:29 Uhr, eine Minute vor dem offiziellen Ende, geschieht es: Katrin Birke und Christine Walter überqueren gemeinsam, begleitet von Schlussfahrer Gunnar, die Ziellinie der 11. Auflage unseres Ultralaufes. Es ist, wie bei allen 48 Finishern zuvor: Freudenjubel, Glückwünsche zum Erfolg, eine Umarmung, Umhängen der Medaille. Dann lassen sich beide mit unserem Zielschild „Du hast es vollbracht“ fotografieren – und keiner ahnt, dass das ein ganz besonderer Augenblick ist.
