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Almuth Bergmann im Ausstieg der  HäntzschelstiegeTour 01/2021 – Die Schönheit der Felsen und die Tränen der Wälder

Fast neun Monate war unser letzter Besuch des Elbsandsteingebirges mit der großen Bergfahrt auf den Falkenstein her. Klar, dass die Berge seit dem immer wieder „gerufen“ hatten, aber selbstverständlich hatten wir uns den Bitten, in der Corona-Pandemie auf Reisen zu verzichten, gebeugt. Vermutlich hätten wir das auch weiter getan, wenn da nicht dieser Newsletter des Sächsischen Bergsteigerbundes gewesen wäre, der alles andere, als einen positiven Inhalt hatte.

Schon auf unseren Touren zur Kleinsteinwand im Herbst 2019 und zum Bergfreundschaftsstein im Juli 2020 war das Sterben der Fichtenwälder unübersehbar. Aber jetzt kam es schwarz auf weiß: große Teile des Nationalparks sind unpassierbar, gesperrt und was besonders erschütternd ist, sie werden auf ewig unpassierbar bleiben und damit stillschweigend aus dem Wegenetz des Nationalparks „verschwinden“. Es fehle an den Kapazitäten, sie freizuschneiden.

Ist es wirklich so schlimm? Das wollten wir mit eigenen Augen sehen. 
Da auch der Königsweg unpassierbar sein soll, haben wir uns den kurzerhand vorgenommen – mit einem Aufstieg über die Häntzschelstiege, den Besuch des Pavillons auf dem Kleinen Winterberg und dann auf eben dem Königsweg zurück zum Ausgangspunkt.

Schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz am Beuthenfall im Kirnitzschtal waren wir fast sprachlos. Und das lag nicht an der inzwischen 7 Euro betragenen Parkplatzgebühr*), sondern an dem Kahlschlag an den Hängen. Der einst immer schattige und feuchte Bereich war sonnenüberflutet. 

Dann die Ankunft am Bloßstock! Wer je unter der 120 m hohen Nordwand dieses höchsten freistehenden Felsens des gesamten Gebirges gestanden hat, wird sich an deren Mächtigkeit aber auch an die Unmöglichkeit erinnern, sie davorstehend auf einem Foto zu fassen. Das geht jetzt problemlos. Die Bäume sind weg!

Unser Aufstieg über die Häntzschelstiege war wie immer eine tolle Bergfahrt, anders als üblich waren wir völlig allein unterwegs. Die Fotos hierzu lassen aber auch erkennen: die Wälder rundherum sind weitestgehend braun, tot.

Parkplatz Beuthenfall  Bloßstock Nordwand  Häntzschelstiege Quergang  Brosinnadel und Falkenstein

Häntzschelstiege breite Kluft  Häntzschelstiege Ausstieg  Langes Horn in den Affensteinen  Neue Wentzelwand

Nach einer Rast auf dem Langen Horn wanderten wir über den Reitsteig, der vom Windbruch gesäumt und freigeschnitten ist, zum Kleinen Winterberg. Bald war der Pavillon durch dichte unbeschädigte Buchenwälder erreicht und hier der einzige Regenschauer des Tages erfolgreich ausgesessen.

Nun begann der Abstieg über den Fremdenweg zum Königsweg und als wenn zum Finale geblasen werden würde, nahm der schon zuvor starke Wind zu. Laut Wetter-App Böen von 60 – 80 km/h. 

Ich bin ganz ehrlich, was jetzt geschah, war angsteinflößend! Während die Buchen nur knarrten und rauschten, krachte es im Fichtenwald, der Wind tat sein Werk! Mindestens zwei umbrechende Bäume haben wir in unmittelbarer Nähe gehört.

Mit kritischem Blick auf die umstehenden toten Bäume beeilten wir uns, am tatsächlich gesperrten Königsweg vorbei auf die Zeughausstraße zu gelangen. Ohne Wind hätten wir den Königsweg sicher probiert, aber so, wie wir es hier erleben mussten, war das einfach lebensgefährlich.

Reitsteig bei Schmilka  Pavillon Kleiner Winterberg  Aussichtspunkt Kleiner Zschand  Fremdenweg Sächsische Schweiz



Windbruch  auf dem ReitsteigVom Windbruch gesäumter und aus Sicherheitsgründen freigeschnittener Reitsteig

Sperrung Königsweg  Waldsterben Kleiner Zschand  Reitsteig Waldsterben  Zeughausstraße Windbruch

Deutlich windstiller und damit entspannter ging es zurück zum Beuthenfall und damit zum Ende eines teilweise beklemmenden, aber insgesamt trotzdem ersten schönen Tages 2021 im Elbsandsteingebirge.

Übrigens musste unsere Rückfahrt über einen Umweg erfolgen, das Kirnitzschtal war wegen umgebrochener Bäume in unserer geplanten Richtung gesperrt.

*) Hier hat sich in den letzten 30 Jahren, nichts, aber auch gar nichts geändert. Aus einer kostenfreien wilden Parkfläche ist über 3 Euro, dann 4 Euro, jetzt dieser Betrag fürs Parken entstanden! Das ist absolut unverständlich! Auch die Tatsache, dass man das nur in Münzen bezahlen kann, ist irrwitzig, entsprechend intensiv waren die Geldwechselgeschäfte vor dem Parkautomaten - gegenwärtig wohl alles andere als pandemiekonform!

 

 

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