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Bouldern am Felsenpfad von KhaaTour 05/2022 - Katzen, Hubschrauber und wie Nationalpark auch geht 

Als wir am späten Vormittag des 06.08.2022 auf dem Parkplatz des Schaarwändeweges zwischen Mittelndorf und Lichtenhain stehen, den Blick auf diese wahnsinnig schöne Kulisse der Felsen der Schrammsteine, Affensteine und des Zschands gerichtet, schnürt es mir den Hals zu: fünf Hubscharuber mit riesigen Wasserbehältern sind gleichzeitig in der Luft, schweben tief über den Felsen in Richtung des größten Waldbrandes in der Geschichte des Gebirges.

Nein, wir sind keine „Brandtouristen“. (Lies bei Interesse hierzu auch meinen Beitrag: Waldbrand in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz) Wir hatten vielmehr das große Glück, Karten der wenigen begehrten Aufführungen des Musical „Cats“ in der Semperoper zu ergattern, hatten das Spektakel am Freitagabend genossen und waren, so Almuths Idee, anschließend nach langer Zeit mal wieder zu unseren Freunden nach Mittelndorf gefahren. Selbst wenn im gesamten Gebirge Zutrittsverbot besteht, irgendetwas würde immer gehen!

Tatsächlich stellt sich heraus, dass, während in Deutschland komplettes Zutrittsverbot für die Sächsische Schweiz, hier brennt es noch auf ca. 150 ha der Hinteren Sächsischen Schweiz, und auch die angrenzenden Wälder besteht, in Tschechien, hier brennen noch 1060 ha Nationalpark, nur das Brandgebiet und ein kleiner angrenzender Bereich gesperrt sind. Ich lasse es, die Für und Wider der beiden Seiten zu diskutieren, wir jedenfalls  haben diese Situation zum Anlass genommen, ein schon lange geplantes Unternehmen im Böhmischen zu starten: den Felsenpfad von Khaa!

Den waren wir zwar schon bei einer Winterwanderung 2019 als Finale einer Rundtour durch das Khaatal gegangen, nun aber sollte der volle Sommergenuss her. Schnell hatten wir Kyjov /Khaa im böhmischen Nationalpark erreicht, schon bald waren wir auf dem kurzen, aber knackigen Rundkurs.

Zu dem sollen hier nicht viel Worte verloren werden, nur ein paar Bilder sollen erzählen. 
Den Felsenpfad von Khaa werde ich demnächst in einer Wanderempfehlung gesondert vorstellen.

Almuth und Aldo Bergmann in der Semperoper  Hubschrauber im Elbsandsteingebirge  Kirnitzschtal bei Khaa  Stillleben im Kirnitzschtal

Sterbende Fichten in der Böhmischen Schweiz  Schutthöhle Weinkeller im Kirnitzschtal  Felsenpfad von Khaa  Eisenstiege bei Khaa



Aber das darf nicht unerwähnt bleiben:  

Bereits beim Zustieg entlang der Kirnitzsch wurde deutlich, dass das deutsche Versagen der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz (Die Duldung des Borkenkäferbefalls hatte zum Waldsterben geführt, das inzwischen auch auf den böhmischen Teil des Gebirges übergegriffen hat - so wird es auch in der tschechischen Presse diskutiert) auch den letzten böhmischen Teil dieser einmaligen Felsenlandschaft erreicht hat.

So, wie wir im August 2018 am Goldsteig erstmals das beginnende Fichtensterben im „Regen“ aus Fichtennadeln erleben mussten, ist es jetzt hier. Der Weg ist mit einer dicken Nadelschicht überzogen, manche Fichten sind bereits kahl, andere noch benadelt braun, werden ihre Last in Kürze abwerfen. Was am Prebischtor und Gabrielensteig, nah am deutschen vernachlässigten Gebiet gelegen, längst Realität ist, nicht umsonst brennt es dort so heftig, hat auch das romantische Khaatal erreicht.

Doch anders als in Deutschland, dort hatte man und lässt das tote Holz einfach liegen (gelassen), sperrt einfach die Wege für Besucher, sind die böhmischen Nationalparkwächter deutlich park- und besucherfreundlicher. Totes Holz wird schleunigst gefällt und entfernt, Wege werden nicht nur freigelegt, sondern zusätzlich touristenfreundlich aufgearbeitet. 

Hier kann die sächsische Nationalparkverwaltung gern mal in die Schule gehen, ja, so geht Nationalpark auch!

Wegausbau am Felsenpfad Kyjov  Fotopunkt am Felsenpfad Kyjov  Almuth mit der DJI Pocket 2  Bouldern im Khaatal

Biwakplatz im Khaatal  Aufstieg im Felsenpfad von Khaa  Holzleiter im Felsenpfad Khaa, Kyjov  Die Fakultät - Wirtshaus in Khaa

Als wir am frühen Abend nach Mittelndorf zurückkehren, halten wir wieder am Schaarwändeweg, jetzt ist es ruhiger, nur zwei Hubschrauber kreisen noch. Später erfahren wir, dass man jetzt, zwei Wochen nach Brandausbruch, die Lage kontrolliere, es gebe noch Glutnester, in Tschechien brenne es noch … 

Was uns bleibt, ist die Erinnerung an einen schönen, wenn auch denkwürdigen Kurzausflug in das Elbsandsteingebirge.

Teil des Panoramas der hinteren Sächsischen Schweiz vom Parkplatz am SchaarwändewegTeil des Panoramas der hinteren Sächsischen Schweiz vom Parkplatz am Schaarwändeweg

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