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Waldbrandgebiet Richterschlüchte, der EinstiegTour 07/2022 – Unterwegs im Brandgebiet! Nein, nicht im Brandgebiet, im Brandgebiet!

Als wir uns dem Hinteren Raubschloss näherten, zum Glück hatte es aufgehört zu gießen, es tröpfelte nur noch, war er plötzlich da. Nur für kurz, aber deutlich spürbar, der Geruch nach feuchter Asche. Dabei war hier von Asche nichts zu sehen. Im Gegenteil, das nasse satte Grün, das das Totholz versteckt und den Pfad zuwuchert, dominiert und lässt staunen. Die Natur holt sich halt alles zurück, wie wir später noch deutlicher erkennen durften! 

Eigentlich wollten wir an diesem 27. August, pünktlich 0 Uhr war das gesamte Gebirge wieder für den Publikumsverkehr freigegeben worden,  im Großen Zschand klettern. Aber eine Schlechtwetterfront hat das Gebirge voll im Griff. Was also lag näher, als eine Wanderung genau dorthin zu führen, wo sich nur wenige Tage zuvor noch die größte Brandkatastrophe des Elbsandsteingebirges abgespielt hatte, naja, zumindest zu einem Bruchteil des Brandgebietes. Einfach mit eigenen Augen sehen, was dort passiert ist, welches Ausmaß die Ereignisse genommen haben. 

Zeughausstraße  Raubsteinschlüchte  Wanderweg zum Hinteren Raubschloss  Scharte Bärenfangwarte Hinteres Raubschloss

Scharte zwischen Bärenfangwarte und Hinterem RaubschlossScharte zwischen Bärenfangwarte und Hinterem Raubschloss

Königsweg Sächsische Schweiz  Waldbrand an den Pechofenhörnern    Königsweg am Heringstein  Großes und Kleines Bärenhorn

Zunächst aber kämpfen wir uns durch das Dickicht aus jungen Fichten, Birken und Gesträuch hinüber auf den Königsweg, auf dem es dann, wie in jüngster Zeit fast immer und überall, über, unter und durch tote Bäume nur schwerlich vorwärts geht. Unterhalb der Pechofenhörner stoßen wir auf erste Brandstellen, die hatte man wohl früh bemerkt und gelöscht, der Anblick war erträglich.

Später genießen wir am Aussichtspunkt am Unteren Fremdenweg, es hatte aufgehört zu regnen, den aufsteigenden Wasserdampf, was für ein herrliches Schauspiel.



Nationalpark sperrt Königsweg  Almuth und Aldo Bergmann am Fremdenweg  Löschwassertank auf dem Reitsteig  Weg in die Wildnis am Reitsteig

Blick vom Aussichtspunkt am Unteren Fremdenweg in den Kleinen ZschandBlick vom Aussichtspunkt am Unteren Fremdenweg in den Kleinen Zschand

 Waldbrand am Reitsteig  Waldbrand am Katzstein  Aldo Bergmann im Löschschaum  Waldbrand am Grenzweg

Verbrannte Buche am Grenzweg  Verformtes Schild Böhmischer Nationalpark  Feuerwehrschlauch am Grenzweg  Waldbrand Richterschlüchte

Dann erreichen wir den Reitsteig – und staunen! Riesige, noch immer mit Wasser gefüllte Behälter stehen verlassen herum, lassen ahnen, was sich hier abgespielt hat. Spuren eines Brandes aber sind nicht zu erkennen.

Erst später, wir folgen dem Reitsteig unterhalb des Großen Winterberges, verschlägt es uns zunehmend die Sprache. Immer größer werden verbrannte Flächen und als wir schließlich, in diesem Chaos den Abstieg in die Richterschlüchte verpassend, auf dem Grenzweg stehen, standen wir in einer apokalyptischen Welt aus verbrannten, verkohlten, umgestürzten, gefällten Bäumen, geschmolzenen Schildern, noch ausgerollten Schläuchen, schäumender Erde, weißem, vom Leben verlassenen Laub an nicht verbrannten Bäumen.

Wir finden den Einstieg in die Richterschlüchte, Fotos wollten wir machen, ich entscheide mich für Videoaufnahmen – das muss man festhalten, zeigen!

Seht euch einfach die Bilder und das Video an, die Bilder sprechen für sich, und bedenkt: es wird nicht ansatzweise wiedergegeben, was man vor Ort sieht und wir haben nur einen Bruchteil von 250 ha Brandfläche in Sachsen, 1060 ha Brandfläche in Böhmen, gesehen. 

Am Beginn des Grenzweges, der sächsisch-böhmischen GrenzeAm Beginn des Grenzweges, der sächsisch-böhmischen Grenze

Verbrannter Baum in der Richterschlüchte  Wanderung durch die verbrannte Richterschlüchte  verbrannte und verkohlte Felslandschaft  Verbrannte Bäume Richterschlüchte

Blick in die obere RichterschlüchteBlick in die obere Richterschlüchte

 Neues Leben nach dem Waldbrand  Abstieg durch die Richterschlüchte  Feuerwehrschlauch in der Richterschlüchte  Aldo Bergmann mit DJI Pocket 2

Totholz in der Richterschlüchte  Weggabelung Großer Zschand Richterschlüchte  Toter Baum im Großen Zschand  Burg Stolpen

Im mittleren Teil der Richterschlüchte, durch die wir nun absteigen, ist es grün, kein totes Holz, es ist zu feucht für den Borkenkäfer. Lägen hier nicht noch ausgerollte Schläuche, wie viele Kilometer davon sind wohl durch das Gebirge verlegt worden, würde nichts auf die Ereignisse der letzten Wochen hindeuten.

Erst weit unten stehen wir wieder zwischen toten Bäumen, im einst so grünen und nun so verletzten Großen Zschand. Und es braucht nicht viel Denkvermögen, um zu wissen, dass angesichts dieser dramatischen Umstände, nicht nur hier, nahezu im gesamten Gebirge, der bisher größte Waldbrand in der Geschichte des Gebirges nicht der letzte große Brand gewesen sein dürfte.

Es muss unbedingt eine Lösung für das Totholzproblem geben, selbst wenn das eine (vorübergehende) Abschaffung des Nationalparks erfordert!

Achso, zum Titel dieses Beitrages:
Insider wissen, dass das Brandgebiet, auch von uns hin und wieder besucht, ein landschaftlich sehr reizvolles Wander- und Klettergebiet bei Hohnstein ist. Das hat sich als Wortspiel mit Augenzwinkern also regelrecht angeboten.
Und ja, Augenzwinkern ist auch bei diesem traurigen Beitrag erlaubt, schließlich bereichert Humor das Leben, und Leben haben wir inmitten der Asche tatsächlich auch entdeckt.

Es gibt also Hoffnung, aber das wissen wir ja!

Der Track unserer Tour, aufgezeichnet mit GARMIN Forerunner 245

Distanz: Kilometer
Höhe (min): Meter
Höhe (max): Meter

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(Lies hierzu auch meinen Beitrag Waldbrand in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz)

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