Tour 05/2026 - Testwanderung von Hrensko nach Schmilka
Nachdem wir bereits zwei Wochenenden hintereinander im Elbsandsteingebirge verbracht hatten, sollte dieses zunächst abgesagt werden – aber nur zunächst. Denn neben dem geplanten Berglauftraining für mich war da in der Vorwoche eine ungeahnte Reisemotivation hinzugekommen: die Eröffnung eines grenzüberschreitenden Wanderweges zwischen Schmilka und Hrensko. Und den wollten wir uns gern ansehen, probieren, welche Versprechen er hält.
Nachdem ich also ein „Läufchen“ auf das Große Pohlshorn absolviert hatte (als Wanderung sehr zu empfehlen, als Laufrunde eher sehr schwer), ging es am frühen Nachmittag des 18.04.2026 in das bei diesem herrlichen Frühlingswetter am Wochenende hoffnungslos überfüllte Schmilka. Weit und breit war kein Parkplatz frei, Fahrzeug etwas waghalsig auf einem Parkplatz für 8 Euro Gebühr (die Preisexplosion für das Parken im Gebirge ist kaum noch hinnehmbar) angestellt und schließlich, die örtlichen Ordnungsämter kennen die Parkplatznot und gehen wohl genau deswegen an solchen Tagen auf „Jagd“, 55 Euro Verwarngeld bezahlt. Egal, ist halt so – es geht ja auch um den neu eröffneten Wanderweg.
Der soll grenzüberschreitend die Orte Schmilka und Hrensko verbinden und so u.a. die lange unangenehme Passage (ca. 2 km) entlang der Bundesstraße vermeiden. Doch da ist schon das erste Problem: es handelt sich weit und breit um den einzigen zulässigen Grenzübertritt innerhalb der beiden Nationalparks. Will man auf die Bundesstraße verzichten, müsste man ihn hin- und zurückgehen.
Also haben wir uns für eine Rundtour entschieden, sind doch die lange Passage an der B 172 gegangen. Ist man dann schließlich im beschaulichen Hrensko, ist man noch lange nicht am Beginn des neuen Wanderweges, es geht vielmehr, weitere aber überwiegend deutlich schönere ca. 2 km entlang der Ortsverbindungsstraße nach Mezni Louka, gemeinsam mit zahlreichen zum und vom Prebischtor strömenden Touristen um schließlich tatsächlich links in die relative Einsamkeit abzubiegen. Neue Wegweiser und Markierungen machen deutlich: diesen Weg gibt es als solchen tatsächlich erst seit kurzer Zeit.
Was anfänglich infolge der Waldbrände von 2022, deren Spuren einen bis kurz vor dem Abstieg nach Schmilka immer wieder begegnen, recht bedrückend wirkt, wird schließlich auf überwiegend gut begehbaren Forst- und offensichtlich schon immer dagewesenen Wanderwegen ein schöner Spaziergang durch Mischwälder. Schon bald aber geht es straff nach oben und nach ca. 6 km (4 km ab Hrensko, 2 km nach Beginn des Wanderweges) erreicht man bei ca. 330 hm den höchsten Punkt der Tour mit überraschend schönen Aussichten auf Zschirnstein, Zirkelstein und Kaserkrone.
Dann aber erkennt man, dass hier tatsächlich etwas neu angelegt worden ist – es geht gut aufgearbeitet und unverfehlbar, steil, teilweise in Serpentinen und über Stufen abwärts zum Grenzweg und damit zurück auf die deutsche Seite des Nationalparks. Dieser sehr schöne Abschnitt ist dann gerade mal 1 km lang, nach Schmilka selbst geht es dann auf dem Forstweg des Grenzweges, einmal mehr mit recht schönen Aussichten in das Elbtal.
Unser Fazit findest du unter einer kurzen Bilderschau:
Unser Fazit:
Eine landschaftlich nette Verbindung, die zwar die besonderen Reize des Elbsandsteingebirges (Felsformationen) vermissen lässt, die aber vor allem Wanderungen von Schmilka zu Sehenswürdigkeiten, wie das Prebischtor, den Gabrielensteig u.a. deutlich vereinfacht.
Erfreulich, dass damit ein weiterer kleiner Schritt getan worden ist, die beiden Nationalparks wieder über direkte Pfade zu verbinden.
Zu kritisieren bleibt die Alternativlosigkeit, denn es bleibt der gleiche Weg zurück, doch die B172 zu gehen, öffentliche Verkehrsmittel zu mutzen.
Bleibt zu hoffen, dann wäre das geklärt, dass auch andere ehemalige beliebte Wege geöffnet werden, z.B. die Verbindung Großer Zschand – Gabrielensteig. Was würde das für herrliche Möglichkeiten eröffnen!
| Distanz: | Kilometer |
| Höhe (min): | Meter |
| Höhe (max): | Meter |
| Gesamtabstieg: | Meter |
| Gesamtanstieg: | Meter |
