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intro gr zinne normalwegGroße Zinne, 2999 m
Südwand - Normalweg (III / eIV)

Sie gehören zu den bekanntesten Felsgebilden der Alpen und wahrscheinlich der ganzen Welt:  die "Drei Zinnen" in den Sextener Dolomiten! Und dort zu klettern, ist schon etwas gewaltiges.
Wir sind durch die Südwand auf die Große Zinne, und zwar auf der leichtesten Tour, dem Normalweg,  UIAA III (inzwischen auch mit eIV bewertet) gestiegen.

 

italian flagTalort und Ausgangspunkt:
Cortina d'Ampezzo, Missurina, Auronzo-Hütte (mautpflichtige Straße)

Anforderungen:
III, überwiegend II, (eIV in der Ernsthaftigkeitsbewertung)
Kletterlänge: 650m, Kletterzeit: Angabe lt. Führer 4 Std., wir haben durchschnittlich 6  Std. gebraucht.
(Klick hier für das Foto links mit grobem Tourenverlauf)

Der Zustieg:
Vom Parkplatz an der Auronzo-Hütte, 2330m, auf hervorragendem Weg in ca. 25 min in Richtung Rifugio Lavaredo bis zur kleinen Kapelle, dort den Weg verlassen und auf Steigspuren in die Scharte zwischen Großer und Kleiner Zinne, ca. 30 min. Den Einstieg vermittelt ein deutlich erkennbares gewaltiges Rinnen-/Kaminsystem, dass man von rechts über topoeine Rampe ersteigt.

Die Route:
(kein Anspruch auf Vollständigkeit - die Wand ist einfach zu groß)
Man steigt über die Rampe in den Grund des Kamin (ca. 40m) und folgt dem Kanin, teilweise an der linken Wand bis in die erste unübersehbare Scharte zwischen Südwand und pyramidenartigen Vorbau (ca. 60m)
Die erste Scharte verlässt man  leicht links querend/ansteigend  in Richtung einer kleinen Plattform, dann weiter durch eine nach oben führende Rinne bis zu deren Ende (2. Scharte). Dann weiter links durch breite Schlucht (Gehgelände) aufwärts in die 3. Scharte. Dort steht man direkt unter der eigentlichen Südwand der Großen Zinne.

Die Scharte verlässt man leicht rechtshaltend über ein steiles Wandl (III) und folgt dann den deutlich erkennbaren Spuren (teilweise Steinmänner) über Rampen bis in Höhe von zwei Gedenktafeln, die an großen, teilweise überhängenden Pfeilern angebracht sind.  Man hat dort praktisch drei Rinnen vor sich - wir haben uns für die ganz rechte entschieden, die man problemlos seilfrei durchsteigen kann. Man muss dann nach dem Ausstieg allerdings weit links queren bis an die Rinne, die oben in eine schräg geneigte riesige Platte mündet. Man steigt links neben der Rinne den Pfeiler hinauf (III) und hat an dessen Ende die bis dahin unsichtbare Schlüsselstelle vor sich: den rechts hinter einer Platte befindlichen Kamin (III) Durch den recht mühevoll, da verdammt glatt, aufwärts in eine Scharte - aus der links die steile Wand bis zu einem Ring aussteigen. Vom Ring steigt man etwas höher  und quert nun auf einem guten Band mit einem riesigen Block nach links in einen kleinen Kessel, den man an der Wand oder über einen Riss, der nach oben immer leichter wird, verlässt. Man "landet" auf dem Ringband mit herrlichem Blick auf die Kleine Zinne.
Dem Ringband folgt man bis zu einem Steinmann, von dem deutliche Aufstiegsspuren zum Gipfel führen. Allerdings geht es noch einmal durch einen kurzen glatten Kamin. An deren Ende  links ansteigend durch eine Rinne, nach ihr rechts weiter und nur wenige Meter später kommt eine spannende Querung um einen glatten Block, die angeblich nur II sein soll. Dann noch ca. 3m Verschneidung und man erblicht links den über gestuftes Gelände gut zu erreichenden Gipfel.

Abstieg:
Über die gleiche Route zurück, teilweise abseilen.

Absicherung:
Es gibt drei gute Ringe in der Wand, die zugleich als Abseilring an den Schlüsselstellen dienen. Hin und wieder finden sich ältere Schlingen und Haken. Auf jeden Fall sollte man einen kleinen Satz Grundausrüstung dabei haben - manchmal ist es verdammt luftig!

Unsere Bewertung:
Eine herausragende Bergfahrt auf einen großartigen Gipfel. Es gibt keine bösen Überraschungen oder ernsthafte Probleme, nur der glatte Kamin ist äußerst unangenehm. Problem ist die Orientierung in der Wand, aber wenn man genau hinsieht, ist die Route wegen der deutlichen Begehungsspuren nicht zu übersehen.

Literatur: Anette Köhler / Norbert Memmel, Kletterführer Dolomiten, Bergverlag  Rother, ISBN 3-7633-3015-1 (Auch als Touren-Disk erhältlich,  Titel: "Felsenparadies Dolomiten, 106 mal Klettergenuss zwischen III und VII")
Goedeke, "Alpenvereinsführer Sextener Dolomiten extrem", Bergverlag  Rother, ISBN 3-7633-1255-2

Karte: Kompass 625, Sextener Dolomiten, ISBN 3-87051-749-2;

Wir waren viermal an der Großen Zinne unterwegs: 2002 mussten wir wegen gesundheitlicher Probleme eines Teammitglieds die Tour abbrechen; am 11.09.2003 sind Steffen Große und Aldo in einen recht dramatischen Wettersturz geraten. Im Oktober 2003 ging es bei herrlichstem Sonnenschein und im September 2004 im dichten Nebel in zwei verschiedenen Teams durch die Wand.
Die Fotos dieses Beitrages stammen aus diesen Begehungen.

Wenn von der Besteigung der Großen Zinne berichtet wird, darf das klassische Drei-Zinnen-Bild nicht fehlen Geoße Zinne - Normalweg Geoße Zinne - Normalweg - Zustieg von der Lavaredo-Kapelle 2004 Geoße Zinne - Normalweg - Einstiegsrampe

Geoße Zinne - Normalweg - Steffen in der 40m Einstiegsrampe Geoße Zinne - Normalweg - erste kurze Rast 2004 Geoße Zinne - Andreas Richter sichert einen Nachsteiger in der ersten Scharte Geoße Zinne - Thomas Herrmann steigft in die zweite Scharte aus.

Die Bilder obern vermitteln schon einen Eindruck vom Zustieg. Die Einstiegsrampe selbst ist leicht zu ersteigen. Nach etwa 40 hm trifft man auf den Kamingrund und steigt in ihm aufwärts, bis man am scheinbaren Ende ist.  Dann geht es etwa 45 hm eine senkrechte Wand zur 1. Scharte hinauf, in der man einen guten Stand hat. Ab der ersten Scharte eröffnet sich ein atemberaubender Tiefblick, der in der weiteren Tour nahezu ununterbrochen anhält. (Siehe auch Bildunterschriften)

Die dritte Scharte wird problemlos erwandert und dann geht es steil aufwärts in die eigentliche Südwand. Hier muss man als "Normalverbraucher" schon mal richtig hingucken und anpacken  Dann aber folgt ein einfacher Aufstieg über schuttbedeckte Bänder, der durchaus frei gegangen werden kann. Spannend wird die Durchsteigung der Rinnen, die sich anschließend durch eine gut erkennbare  Steilstufe ziehen und den Weiterweg vermitteln. In der rechten Rinne geht es nach unserer Auffassung am einfachsten. Schließlich geht es an einem herrlich griffigen Pfeiler zur deutlich sichtbaren Schlucht, um dann mit dem Ringband vor Augen die Schlüsselstelle der Tour zu knacken - den glatten Kamin.
Hat man den Kamin und die anschließende  steile Wand geschafft, erreicht man bald das Ringband.          
Das Ringband selbst kann  erwandert werden.

Geoße Zinne - Normalweg - dritte Scharte Geoße Zinne - Normalweg - man muss nicht alles sichern Geoße Zinne - Kletterpassage vor dem schwarzen Spalt Geoße Zinne - Normalweg -  Schlüsselstelle nach dem Pfeiler

 Geoße Zinne - Normalweg -  Ankunft auf dem Ringband im Nebel. Geoße Zinne - Normalweg - Volker Oktober 2003 auf dem Ringband Geoße Zinne - Normalweg - der Block vor dem Gipfel Geoße Zinne - Normalweg - der Block aus Entfernung aufgenommen

Kurz vor dem Gipfel wird es aber noch einmal knifflig:: man muss einen recht unangenehmen Block queren und dann eine kurze Verschneidung klettern, nach der man endlich den Gipfel sieht.

Nun, und was gibt es schöneres, als Gipfelfotos zur Erinnerung an berauschende Momente!  Volker und Aldo am 18.10.2003, Thomas Herrmann, Steffen Große, Andreas Richter und Aldo an gleicher Stelle (nur ohne Sicht im dichten Nebel) am 13.09.2004.
Der Abstieg erfolgt über die Aufstiegsroute und dauert nochmals nahezu 3 Stunden. Teilweise kann an guten Ringen abgeseilt werden. 

Aber dann - nach einer kurzen Verschneidung und ohne Nebel - der Gipfel Geoße Zinne - Gipfelfoto, gemeinsam mit Volker im Oktober 2003 Geoße Zinne - Normalweg - September 2004 Geoße Zinne - Normalweg -  teilweise abseilend geht es den Originalweg zurück

© Fotos auf dieser Seite stammen auch von Volker Roßberg, Steffen Große und Thomas Herrmann

Im folgenden Jahr, am 20. Juli 2005, waren wir wieder an der Großen Zinne unterwegs, diesmal im Aufstieg über die  Dibonakante

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