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intro torre grandeTorre Grande/Westgipfel, 2350 m
Südwestwand, "Via delle Guide", (IV)

Die Cinque Torri sind eine beeindruckende Felsgruppe oberhalb von Cortina d'Ampezzo, an der Falzaregopassstraße liegend. (Bai di Dones) Sie sind wegen ihrer Einmaligkeit und einer daneben liegenden Kriegsgedenkstätte ein beliebtes und mit der Seilbahn völlig anstrengungslos zu erreichendes Touristenziel. Und für Kletterer sind sie ein Paradies: ein alpiner "Klettergarten" mit Routen ab dem II. Schwierigkeitsgrad (UIAA) bis hin zu extremen Sportkletterrouten im achten Grad, hervorragende Absicherung durch Bohrhaken und gebohrte Standplätze - und herrliche sonnendurchflutete Südlagen, die selbst im Winter das Klettern ermöglichen.

italienische FlaggeWir haben uns aus dieser Gruppe für den Westgipfel des Torre Grande (erstes Bild linker Turm) und dort für die Route "Via delle Guide" durch die Südwestwand entschieden. Nach der Beschreibung "die leichteste Mehrseillängenroute an den Cinque Torri und zugleich die traditionelle Anfängerroute".  (Klick hier für ein Foto mit grobem Tourenverlauf)

Talort und Ausgangspunkt:
Dolomiten, Cortina d'Ampezzo, Falzaregopassstraße, Parkplatz der Seilbahnstation zur Rifuigio Scoiattoli (1900m),

Anforderungen:
IV, erste Seillänge, dann  III,
Kletterlänge: 135 m, Kletterzeit: Angabe lt. Führer 1,5  Std., wir  haben 1 Std. 50 min gebraucht.

Der Zustieg:
Entweder vom Parkplatz an der Talstation der Seilbahn ca. 1 Std. 10 min aufsteigen oder mit der Seilbahn zur Rifuigio Scoiattoli und von dort 10 min zum Einstieg. Alternativ: von der Cinque-Torri-Hütte, die man zeitweise mit dem PKW erreichen kann, in ca. 15 min zum Einstieg.

topoDie Route:
1. Seillänge, IV, 30 m
Man steigt vom höchsten Punkt an der Südwestseite, den man problemlos anwandern kann (Lagerplatz für die zurückzulassenden Sachen),  leicht rechts haltend direkt unter den  gelben Überhang, der rechts an seiner sichtbar schwächsten Stelle - etwas schwächer überhängend und dunkler Fels - zu überwinden ist (Schlüsselstelle der gesamten Tour). Unmittelbar darüber sehr guter Standplatz.

2. Seillänge , III,  35 m,
Vom ersten Standplatz gut griffig zum deutlich erkennbaren Überhang und direkt darunter rechts aufsteigen. Der Standplatz befindet sich auf einem nicht zu übersehenden Absatz.
(Hinweis: wir sind im Juli 2005 links durch einen überhängenden Riss am Überhang vorbei gestiegen, nach unserer Einschätzung deutlich schwerer, IV- bis IV)

3. Seillänge , III,  35 m,
Vom zweiten Standplatz ein etwas kräftiger aber durch Haken gut gesicherter Zug über eine überhängende Stufe, dann ziemlich gerade aufwärts. Schon nach etwa 10m kommt der nächste gebohrte Ring - einfach etwa 20m  zum nächsten Standplatz weiter asteigen. Eine ca. 5m hohe Steilstufe am Ende dieser Seillänge kann man leicht links umgehen. (direkt wohl etwa IV-)

4. Seillänge , III,  35 m,
Weiter gerade aufwärts zur deutlich erkennbaren Verschneidung/Rinne und durch diese (eigentlich reine Wandkletterei) zum Gipfel. Ca. 10m unter dem Gipfel befindet sich ein weiterer gebohrter Standplatz, dann man getrost auslassen kann.

Abstieg:
Direkt gegenüber dem Ausstieg an einer Kette (nördlich) 25m auf ein Band abseilen. Dort befindet sich ca. 5m links ein weiterer Abseilhaken. Von dort ca. 20m in die Scharte zwischen West- und Südgipfel abseilen. Hier muss man auf ausgetretenem Pfad einige   Meter nördlich absteigen, eine weitere Kette befindet sich etwas versteckt an einem der großen Blöcke/Felstürmchen. Von dort nochmals ca. 28m bis zum Wandfuß. Dann in ca. 5 min östlich um den Gipfel zurück zum Einstieg wandern. Gesamtdauer etwa 30 min.

Absicherung:
Stand- und Zwischenhaken sind vorhanden. Die Mitnahme einiger Schlingen, auch zum Verlängern der Sicherungen an den Ringen, wird empfohlen.
Literatur: Anette Köhler / Norbert Memmel, Kletterführer Dolomiten, Bergverlag  Rother, ISBN 3-7633-3015-1 (Auch als Touren-Disk erhältlich,  Titel: "Felsenparadies Dolomiten, 106 mal Klettergenuss zwischen III und VII")

Unsere Teams:
14.09.2004: wegen Regen gemeinsam gescheitert Thomas Herrmann, Steffen Große, Andreas Richter, Aldo Bergman
19.07.2005: Thomas Herrmann, Aldo Bergmann
12.09.2005: in zwei Seilschaften Thomas Herrmann und Steffen Große / Aldo Bergmann und Andreas Richter

Torre Grande - Blich in die Südwestwand des Westgipfels Torre Grande - 2004 beim ersten Versuch, die Route wird begutachtet Torre Grande - Abseile vom ersten Standplatz, es gießt in Strömen Torre Grande - Unser Team eingeregnet vor der Rifuigio Scoiattoli

Beeindruckt von der Schönheit der Cinque Torri hatte wir im September 2004 erstmals einen Versuch am Westgipfel des Torre Grande gewagt. Allerdings setzte dann der für etwas später angekündigte Regen ein. Es musste vom ersten Standplatz wieder abgeseilt werden. Die Bilder 3 bis 4 charakterisieren diesen Tag.
Aber die Tour war natürlich nicht aufgegeben. So waren bereits im Juli 2005 Thomas Herrmann und Aldo Bergman in der Via delle Guide unterwegs und von der Klasse dieser Führe beeindruckt.
Kein Wunder, dass es auch in der Dolomitenkletterwoche im September 2005 nochmals an diese phantastischen Türme ging.

Hier wurde dann für alle der "Sack" aus dem Jahre 2004 abgehangen, Thomas Herrmann und Steffen Große stiegen in der ersten, Aldo Bergmann und Andreas Richter in der zweiten Seilschaft. Und wie nicht anders zu erwarten: es war einfach nur schön!
Interessant sind Bilder 7 und 8, sie zeigen Thomas Herrmann in der ersten Seillänge, einmal wenige Meter über dem Boden, dann über der Schlüsselstelle, dem Überhang, der die erste Seillänge zur Schlüsselseillänge macht. Steffen Große ist gerade am Werk ;)
Hier gilt: beherzt zugreifen, höher treten und Aufrichten - das Problem löst sich überraschend einfach!

Torre Grande - Mit Thomas Herrmann nach unserem Erfolg im Juli 2005 Torre Grande - August 2005, Annäherung von der Cinque-Torri-Hütte Torre Grande - Thomas beginnt die erste Seillänge Torre Grande - die Schlüsselstelle, Überhang am Ende der ersten Seillänge

Torre Grande - Andreas Richter im mittleren Wandteil, Genusskletterei Torre Grande - Thomas Herrmann und Steffen Große auf dem Gipfel Torre Grande - Andreas Richter und Aldo Bergmann auf dem Gipfel Torre Grande - letzte Abseile in der Scharte zum Großen Turm

Das nächste Bild zeigt den Andreas Richter im Nachstieg der zweiten Seillänge. Man steigt hier  über eine steile Wandstufe an einem Überhang vorbei.  Thomas hatte damals den linken Riss genommen, der deutlich schwerer war. (Siehe Topo) Egal, auch das ging, war halt nur etwas spannender ;)
Übrigens sind alle Standplätze dieser Tour gut bis sehr gut.
Die weiteren Bilder erklären sich von selbst. Das letzte Bild zeigt die letzte Abseillänge zum Wandfuß. Früher ist man hier wohl zurück gestiegen, das ist nur zu bewundern. Wir jedenfalls waren heilfroh, als wir die dritte Kette gefunden hatten.

Fazit: An den Cinque Torri sollte jeder Bergfreund mal gewesen sein, sie sind einfach atemberaubend schön. Und jeder Kletterer, der so wie wir im gemäßigten Schwierigkeitsbereich unterwegs ist, muss sich diese Tour holen.
Hier trifft das Prädikat "Genusskletterei" mehr als zu.

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