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Aletschhorn NordostgratAletschhorn, 4195 m
Nordostgrat vom Mittelaletschbiwak
Ein Beitrag von Steffen Große

Das Aletschhorn ist mit 4.195 m der zweithöchste Gipfel der Berner Alpen. Er wird umflossen von drei großen Gletschern (Großer Aletschfirn, Mittelaletschgletscher und  Oberaletschgletscher. Der Berg gilt daher als ein ausgesprochen kalter Berg. Der Gipfel überragt sämtliche Gipfel seiner Gruppe um etwa 400 m.

In der zweiten Septemberwoche 2007 war ich mit den drei Berlinern Ingo, Erik und Dirk unterwegs im Berner Oberland. Wir hatten die Besteigung des Aletschhorns (4.195m) und als Eingehtour das Dreieckshorn (3.811m) geplant. 

Anforderungen: G 3 — 4, 4 bis 5 Std. im Anstieg (wir — Viererseilschaft- haben 8 Stunden gebraucht, 6 Stunden für den Abstieg)

Führe: Vom Mittelaletschbiwak (3013 m) nach NW ins Aletschjoch (3629 m) und von dort über den Firngrat auf den Nordostrücken aufsteigen. Diesen aufwärts bis auf das Firnplateau (4086 m) und weiter über den WNW-Grat zum Gipfel. (Siehe auch Bild 12)

Literatur: „Gebietsführer Berner Alpen", Werner und Margrit Munter, Bergverlag Rother - München, ISBN 3-7633-2415-1,
Karte:  Landkarten der Schweiz, Nr. 264 "Jungfrau", www.dav-shop.de

Unser Team vom September 2007:
v.l.n.r. : Erik, Steffen, Ingo, Dirk
Aletschhorn Nordostgrat Mittelaletschbiwak

Bevor es auf die Gipfel ging,  mussten wir aber unser Gepäck (zwischen 25 und 30 kg) von Fiesch quer über den Großen Aletschgletscher und längs über den Mittelaletschgletscher zum Mittelaletschbiwak schleppen.
Das Biwak liegt auf 3.017 m Höhe, ist eine gemütliche Hütte mit ca. 15 Schlafplätzen und super Sicht auf das Aletschhorn. Außer Wasser muss man aber alles mitbringen (Verpflegung, Kocher, Geschirr, Schlafsack). Das ist für viele vielleicht etwas abschreckend, wir fanden das super, denn wir hatten die Hütte bis auf einen Abend für uns allein. Die vielen Kilogramm Nudeln und Schokolade haben aber auch uns ganz schön geschafft, so dass wir am nächsten Tag das Dreieckhorn einfach unbestiegen ließen und dafür schön in der Sonne gesessen haben.

Aletschhorn und Großer Aletschgletscher   Querung des Großen Aletschgletschers  Auf dem Großen Aletschgletscher  Mittelaletschgletscher

Mittelaletschbiwak  Aletschhorn Nordostgrat Firngrat  Aletschhorn Nordostgrat Gratwanderung Konkordiaplatz  Aletschhorn Nordostgrat Nordostgratkuppe

Aletschhorn Nordostgrat Firnhang  Aletschhorn Nordostgrat Gipfelgrat  Aletschhorn Nordostgrat Gipfel  Aletschhorn Nordostgrat Route

Wir haben die einfachste Route zum Gipfel des Aletschhorns gewählt, den Aufstieg vom Mittelaletschbiwak. Im Führer ist die Route mit 4-5 Stunden ausgeschrieben, wir haben, allerdings als Viererseilschaft, 8 Stunden gebraucht (Abstieg 6 Stunden). Die Schwierigkeit der Tour ist mit G 3-4 (Munterer Skala) angegeben und damit kein „Latscheberg“ mehr. Anfangs geht es Richtung Norden über Geröll und den steilen Mittelaletschgletscher zum Aletschjoch (3.629 m). Von hier nach Westen auf einem schmalen Wechtengrad, abwechselnd auch über Felsgrate. Das geht eine knappe Stunde, dann wird es einfach und man marschiert leicht bergauf Richtung Nordostgrat-Kuppe (4.086 m). Um auf die Kuppe zu kommen, mussten wir aber einen ziemlich steilen Eishang überwinden. Dies war ohne Eisgeräte etwas unangenehm. Da die Eisschrauben nicht griffen mussten wir Stufen schlagen.

Nach 6 ½ Stunden standen wir auf der Kuppe. Der Gipfel lag nun vor uns, es galt aber nochmals längere Passagen recht ausgesetzt Fels- und Firngrate entlang zu klettern. Der Gipfel war dann echt der Gipfel. Wir hatten sehr gute Sicht, Jungfrau, Mönch, Eiger, Finsteraarhorn, Mont Blanc, Mischabelgruppe, es waren alle „Größen“ der Alpen zu sehen. Eine halbe Stunde Aufenthalt am Gipfel musste reichen, schließlich lag noch ein langer Abstieg vor uns. Auf dem Rückweg sind wir die Eiswand umgangen und weiter südlich über die Felsen abgestiegen. Von den Felsen konnten wir eine Seillänge abseilen und befanden uns dann wieder auf der weiten Hochebene und hatten dann noch die aufgeweichten Grate und vom Joch einen steilen Abstieg über den Gletscher bis zum Biwak vor uns. Es ging aber alles gut, nach ca. 14 h waren wir, etwas dehydriert und ausgepowert, am Biwak angelangt. Die Besteigung des Dreieckhorns fiel auch am nächsten Tag aus, man konnte ja prima in der Sonne sitzen und der von Dirk mitgeschleppte Schnaps musste ja auch getrunken werden. Sicherlich, der Schweizer Bergsportler besteigt in einer Woche bestimmt 6-8 Gipfel, wir als Flachländer waren aber mit der Tour zum Aletschhorn sehr zufrieden.

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