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kernberglauf i mittelJenaer Kernberglauf 2013 
Unsere Geschichte vom Zurückkommen und vom (kleinen) Come Back

Als ich in der warmen Mittagssonne des 19. Oktober bei strahlendem Sonnenschein auf die schmale Horizontale in den weißen Kalkwänden der Jenaer Kernberge bog, musste ich tief Luft holen: dieser Blick in das herbstliche Saaletal war atemberaubend! Wieso zum Teufel hatte ich das vergessen, wieso hat es so lange gedauert, bis ich zu diesem Lauf zurückgekehrt bin!
Aber hier war ich wieder – und mit dem lustig wackelndem Pferdeschwänzchen vor mir, war alles noch viel schöner.

 Bericht weglassen – gleich zur Laufinfo? Dann klick hier! 

Vor knapp zwei Jahren war für Christiane eine Welt zusammengebrochen. Ein orthopädischer Zeigefinger warnte vor zu langen und zu intensiven Läufen, unangenehme Schmerzen machten das Joggen tatsächlich auch fast unmöglich.
Das vermeintliche Aus für den Laufsport tat weh!
urkunde-kIrgendwie war es in diesem Jahr aber überraschend aufwärts gegangen, insbesondere im Sog meines „Trainingsschubes“ der letzten Monate war sie wieder öfters, auch auf längeren Runden, an meiner Seite. Als dann vor einer Woche ihre ersten respektablen Trainingserfolge auf dem Tisch lagen, hatte ich spontan gesagt: „Lauf doch einfach mit!“
Denn mein Entschluss, nach 1981 und 1982, damals noch 40 km, endlich mal wieder in Jena dabei zu sein, hatte schon lange festgestanden und war auf diesen Oktobertag bestimmt.
Es wurde diskutiert, abgewogen … egal: pünktlich um 11 Uhr des 19.10. standen wir gemeinsam mit Mirko Löbel (mit dem ich heuer lange Strecken des Rennsteiglaufes gemeinsam unterwegs war und mit dem ich, was ich erst jetzt erfahren habe, bereits Anfang der 80er Jahre im Starterfeld des Kernberglaufes gestanden hatte), an der Startlinie – und waren schließlich unterwegs!
Zum Lauf selbst erfährst du weiter unten mehr.
Für uns jedenfalls wurde die 37. Auflage dieses Laufes ein läuferischer und landschaftlicher Hochgenuss, die Bilder dieses Berichtes sollen für sich sprechen.

Mirko Löbel und Christiane Selle wenige Minuten vor dem Start - bei der Teepause ;) Kurz vor dem Fürstenbrunnen, fast 6 konstant aufwärts führende Kilometer sind geschafft. An der ersten Getränkestelle, jetzt geht es einige Meter abwärts und dann in die schmalen horizontalen Pfade. Höhenangst sollte man hier nicht haben - es ist verdammt schmal und hoch. Überholen ist kaum möglich.

Die überwiegenden horizontalen Pfade sind aber angenehm breit und lassen sich problemlos laufen. Spitzkehre über Drackendorf, ca. km 11. Verpflegungsstelle Sommerlinde, 12 km. Witzigerweise ist fast das gleiche Foto in der Bildergaleerie auf der Homepage dieses Laufes aufgetaucht. Dieses Foto vermittelt einen kleinen Eindruck von der sehr kurvenreichen oft in einem ständigen Auf und Ab führenden Strecke.

Die letzte größere Verpflegungsstelle am Steinkreuz - aber Achtung: auch die letzten Kilometer haben es in sich! Nur noch drei Kilometer: auf der Holzbrücke über die Schnellstraße bei Jena-Wöllnitz. Das Gegenstück zum Foto oben links - wir erreichen das Ziel!  Danke an Sabine Löbel für das Foto. Christiane überglücklich beim Sonnenbad nach ihrem ersten langen Lauf seit Jahren - mit einem Teil der Berge ihres Triumphes im Hintergrund.  

video-beitragNach 3:05:57 Std. waren wir im Ziel der 27-km-Strecke.
Ich war nach Jena zurückgekommen und Christiane hatte endlich und völlig problemlos ihr kleines Comeback in die Laufszene. Wir waren überglücklich!
Problemlos? Sagen wir mal so: wenn ich sie nicht immer wieder gebremst und an das richtige Maß erinnert hätte, könnte sie vermutlich noch heute keinen Schritt gehen, sie hätte sich ins Koma gelaufen! So zwingt sie der mörderische Muskelkater nur in eine leicht behindert wirkende Gehweise.
Wie auch immer: bis zum 18. Oktober 2014 ist alles wieder in Ordnung ;)


Der Jenaer Kernberglauf - 27 km-Streckejk

Alle wichtigen Informationen zum Lauf findest du hier:  http://www.kernberglauf.de 

Wer nach Jena kommt, sollte sich mindestens auf die 15 km-Strecke, noch besser aber auf die 27 km wagen. Die 5-km-Strecke vermittelt nicht den geringsten Eindruck der Großartigkeit dieses Laufes.
Denn beide langen Strecken führen über die teils ausgesetzten Horizontalen der Jenaer Kernberge mit atemberaubenden Tief- und Fernsichten. Paart sich das Event dann auch noch mit Sonnenschein, ist der Herbstgenuss perfekt!
Aber Vorsicht: es sind immerhin ca. 630 Höhenmeter im Auf- und Abstieg zu bewältigen (27 km) und das vor allem in kleinen gemeinen An- und Abstiegen, scharfen Kurven und auf selbst bei Trockenheit teils sehr rutschigem Untergrund.
Insbesondere die lange Runde verlangt in einer Passage schon etwas Überwindung und Schwindelfreiheit.

Fazit: Für mich einer der schönsten Landschaftsläufe, die ich je absolviert habe. Ein Lauf, den jeder ambitionierte Trailrunner in seiner Sammlung haben sollte.

Und wer nicht so weit laufen will: eine Wanderung über die Horizontalen der Jenaer Kernberge (Saalehorizontale) ist immer eine Reise wert!
saalehorizontale

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