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intro mittelEin ganz normaler Novembertag
Beim 66-Seen-Lauf zwischen Halbe und Trebbin
23.11.2013

Draußen wird es kaum hell, der Nebel löst sich nur schwer auf, immer wieder feiner Niesel im kühlen Wind. November eben! 
Da sitzt man, falls man nicht gleich im Bett geblieben ist, am besten bei Kaffee, Kuchen und diffusem Licht, vielleicht auch schon bei Kerzenschein, im gemütlichen Wohnzimmer und sieht fern. 
Oder man macht es wie wir: man steht beim ersten brauchbaren Licht des Tages auf dem Bahnhofsvorplatz in Halbe, eingerahmt von Enthusiasten der gleichen Art, und läuft einfach los …

Nachdem wir gemeinsam mit Volker Roßberg und Torsten Riemer bereits am 26. Oktober eine Etappe des 66-Seen-Laufes der LG Mauerweg Berlin e.V. absolviert hatten – Volker hatte berichtet, hier findest du einige Bilder dieses Tages in der Galerie – wollten wir nun auch bei der 7. Etappe, ausgeschrieben mit „etwa 58 km“ von Halbe nach Trebbin, dabei sein.

Wir, das waren neben Volker und mir diesmal auch Christiane und Mirko Löbel, die sich allerdings die Strecke teilen wollten.
Was die beiden bis dahin übrigens nicht wussten (wir mit Volker natürlich auch nicht): der Ausrichter des Laufes hatte ernsthafte Probleme mit ausreichend Transportmöglichkeiten für das Gepäck der 16 Teilnehmer und für die Absicherung der Verpflegungspunkte. Nun, und so waren unser Fahrzeug zunächst mit Christiane, später mit Mirko, kurzerhand „Task-Mobil“ und unsere Nichtläufer plötzlich aktiv in das Geschehen rund um den Lauf einbezogen. Nur um es klarzustellen: Volker und ich wollten von vornherein die gesamte Strecke laufen, keinesfalls wollten wir uns um ehrenvolle Randaufgaben drücken ;)

Pünktlich um 8 Uhr ging es bei typischem Novemberwetter auf Tour. Regel des Laufes: alle Läufer bleiben zusammen, der schwächste bestimmt das Tempo, wobei insgesamt auf etwa 6 min 45 sec pro Kilometer orientiert wird.

Wenn auch kein Wettkampf im eigentlichen Sinne: angespannt ist man doch! Vor dem Start über 58 km in Halbe Aldo Bergmann, Volker Roßberg, Mirko Löbel Es geht los! Auch wenn das Blitzlicht die Lichtverhältnisse etwas verfälscht - Novemberstimmung vom Feinsten! Die ersten 10 km sind geschafft, an der Verpflegungsstelle bei Teupitz Irgendwo im Brandenburger Sandkasten: das Feld erreicht die zweite Verpflegungsstelle.

Schon auf den ersten Kilometern wurde eines deutlich: der Untergrund war aufgrund des Regens extrem schwer! Heute konnte man den Lauf auch gut den „6666-Pfützen-Lauf“ nennen. So mancher Extrameter kam beim Umrunden teilweise wegfüllender Pfützen zusammen, manche Sekunde ging verloren, wenn man im Modder des Weges fast versank.
Und als es schon nach ca. 15 km bergauf und –ab durch den typischen märkischen Sandkasten ging, kamen bei mir echte Zweifel auf, ob dieser Tag problemlos zu schaffen wäre.

Aber die Laufgesellschaft, alles gestandene Ultraläufer, lenkte mit sehr lauflastigen Gesprächsthemen ab, die tollen Verpflegungsstellen waren immer wieder eine freudige Überraschung und der Regen hatte schließlich sogar aufgehört. Natürlich nur, um später wieder einzusetzen.

Nach km 29 stieg Mirko aus und Christiane ein. Die Streckenteilung wäre bei 58 km sehr gerecht gewesen, aber das war dann wieder einmal ein typischer Fall von „Denkste“. Denn nachdem wir kurz vor dem Zielort Trebbin schon einige hundert Meter entlang einer ordentlich eingezäunten Schnellstraße getrabt waren und dann hätten nach rechts abbiegen müssen, ging das nicht. Wegen des Zaunes – wir hätten genau auf der anderen Seite der Straße laufen müssen.

Volker zieht durch: 60 km mit Five-Finger-Shoes Unterwegs im Brandenburger Sandkasten - sauschwerer Untergrund! Die Hälfte ist geschafft, Verpflegungsstelle bei Wünsdorf nach 29 km. Untergrund, wie beim Crosslauf - Christiane mit Wolfgang Schwiericke im brandenburger Sand.

Nur um es deutlich zu sagen: das ist ein Teil der Verpflegung für 16 Teilnehmer - WAHNSINN! Danke nach Berlin! Heuer beim Ultralauf, vor langer Zeit an gleicher Stelle beim Geocaching - vor der Militärsiedlung Sperenberg Entlang einer alten Militäranlage am Flugplatz Sperenberg 3 km Plattenweg - nicht schön, aber das gehörte auch zu dieser Etappe.

Und nun passierte genau das, was mich an dieser Art des Laufens und dieser völlig anderen Laufszene so begeistert: anders als bei anderen Wettkämpfen gab es hier kein Murren, kein Meckern – es wurde geblödelt, gelacht, zurück getrabt und berichtigt. Ist doch egal, dann sind es eben nicht 58 sondern 60 km.

Nach ca. 7 Std. 50 min und einer reinen Laufzeit von ca. 6 Std. 50 min (die Differenz ergibt sich aus den Pausen an den Verpflegungspunkten und bei sonstigen Halten) erreichten wir das Ziel in Trebbin.
Händeschütteln, Umarmungen, Glückwünsche aller Teilnehmer untereinander, unsere besten Wünsche für die, die am folgenden Sonntag die letzte Etappe von Trebbin nach Potsdam in Angriff nehmen würden.

Volker kombiniert hier Ultralauf und WorldWideWeb - er informiert sich und seine Freunde über Facebook ;) Wo nun den Weg wählen - auf der morastigen Wiese oder auf dem feuchten Weg - freie Auswahl! Immer wieder: möglichst schadfrei durch um und über Pfützen Kurz vorm Ziel: verlaufen! Korrektur durch Durchqueren einer Schnellstraße in einem Wasserdruchbruch.

Schon saßen wir im Auto: Mirko und Christiane waren happy, wir mit Volker mehr als zufrieden – es gibt da ja noch eine Aufgabe in diesem Jahr, die gemeistert werden will. Wir sind fit dafür!

Geschafft! NAch 60,1 km Sträken, Umkleiden, Verabschieden auf dem Bahnhofsvorplatz in Trebbin.Der Scheibenwischer surrt, es regnet, Die Dunkelheit setzt ein, es wird wieder nebliger.
Ein ganz normaler Novembertag eben!

PS: Danke nach Berlin an die LG Mauerweg Berlin e.V. um Alexander von Uleniecki für ein tolles Laufabenteuer, wir freuen uns auf weitere gemeinsame Kilometer!

 Überfliege unsere Etappe mit GoogleEarth 

66-seen-schild

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