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b christianeRennsteiglauf 2008
- plötzlich ganz anders, als erwartet -

Jedes Jahr im Mai ist Rennsteiglauf, und wenn man so wie ich seit 1981 jedes Jahr dabei ist, gibt es eigentlich soviel nicht zu berichten. Klar hat jedes Jahr seine eigene Laufgeschichte und mitunter auch Geschichten, die das Leben zeichnen, beeinflussen oder sogar verändern ... ich könnte Bände schreiben!
Dazu gehört auf jeden Fall diese kleine Geschite ...

Aldo BergmannAber über all diese Geschichten will ich hier gar nicht berichten und eigentlich sollte es zum 2008er Lauf überhaupt keinen Bericht geben - ist doch eh immer das Gleiche!

Nein, 2008 war anders, ganz anders! Und "Schuld" waren Kerstin und Volker Roßberg.
Gemeinsam waren wir, neben Roßbergs und mir auch Christiane Selle an Bord, einen Tag früher angereist, um im Thüringer Wald zu klettern.  Christiane, die sich 2007 auf den Marathon vorbereitet hatte und damals nur zwei Wochen vor dem Rennsteiglauf wegen eine recht bösen Krankheit gleich mehrere Monate ausgefallen war, war einfach so mit. Denn für den Halbmarathon gab es keine Startkarten mehr, wandern wollte sie nicht.
Und dann waren es eben die Roßbergs, die am Rande des Kletterns meinten: "Na laufe doch einfach den Marathon!"
Noch ehe ich meine Bedenken anmelden konnte, sagte Christianes nachdenkliches Verhalten alles: sie dachte wirklich über diese Möglichkeit nach!

Noch früh am Tag - nach ca. 17 km an der GlasbachwieseNun ist es ja nicht so, dass wir nicht trainiert hätten - aber es gab keine langen Vorbereitungsläufe, es hatte eigentlich nichts gegeben, was sie für einen Marathon fit gemacht hätte! Aber daran, dass sie es drauf hätte, gab es auch keine Zweifel - wer in diesem Bereich läuft weiß, dass hier fast alles im Kopf entschieden wird. Schnell war ihre Nachmeldung organisiert und ich hatte einen Plan errechnet. Und zwar keinen Plan, wann sie bei welchem Kilometer sein muss, sondern im Gegenteil: wann sie frühestens bei welchem Kilometer sein darf. Also einen "Bremsplan". Der war dann schnell auf ein Pflaster geschrieben, auf ihr Handgelenk geklebt und ...

... und als ich um 6 Uhr in Eisenach gestartet bin, war es fast wie immer, aber nur fast. Denn um 9 Uhr wusste ich, dass der Marathon beginnt - mir ist das Herz gerast! Würde das Abenteuer 43,5 km gut gehen? Wird Christiane das Ziel so erreichen, dass ihr die Lust am Laufen nicht vergangen ist?
Oh man, habe ich in Gedanken gelitten, mich hat es regelrecht nach Schmiedefeld gesogen!  Gegen 14 Uhr, acht Stunden Laufzeit bei mir, fünf bei Christiane, war dann mein Hals fast zugeschnürt - wo sie jetzt wohl ist ...

Und dann war es soweit: nach 28 Läufen einer meiner schönsten, vielleicht sogar der schönste Zieleinlauf: Christiane hatte nach 5 Std. und 12 min gemeinsam mit Kerstin Roßberg quietschvergnügt das Ziel erreicht. Ihr Lächeln auf dem Bild oben sagt wohl alles!
Als ich ca. 30 min später von meinem langen Kanten ins Ziel kam, stand sie einfach so da - wir sind uns in die Arme gefallen und haben keine Worte gebraucht - es ist einfach nur schön, Glück teilen zu dürfen!
Und so hat der Rennsteiglauf 2008 seine ganz besondere, ganz persönliche Laufgeschichte gefunden und ist ganz unerwartet zu einem meiner schönsten Lauferlebnisse überhaupt geworden.
Glückwunsch Christiane, aber noch mehr: danke Volker und Kerstin für die etwas verrückte Idee ;)

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