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start in roleVon glattem Steig- und stumpfem Gleitwachs
Skistolpertag im Isergebirge - 23.02.2013

Also wenn da nicht wenigstens das Erlebnis „Winter in den Bergen“ gewesen wäre, würde ich zusammenfassend sagen: Dieser 23.02.13 ist ein Tag zum Streichen!
Aber von vorn: Als Wiese und Fechi am Stammtisch davon sprachen, den Samstag nochmals zum Skifahren im Isergebirge zu nutzen und ich ein „komm doch mit“ hörte, hatte ich zunächst gezögert. Schlecht in Form, Equipment nicht vorbereitet …! Aber warum eigentlich nicht!
Pünktlich um 6:00 Uhr ging es los – für mich allerdings weniger  zum „Skifahren“!

An der Smedava-Baude angekommen bot sich zunächst ein traumhafter Blick: der Winter hat das Isergebirge fest in der Hand, meterhoher Schnee, tiefverschneite Bäume.
Dieser Blick verklärte sich dann für mich allerdings schon auf dem ersten Kilometer – bergan. Ich kam nicht hoch! Mit meinem Steigwachs stimmte etwas nicht, der Ski war sauglatt, hatte keinen Halt! Also nachwachsen! Nun ging es – bis zum Ende der Lopie nach ca. 1500m. Wieso Ende der Loipe? Fragt mich nicht, jedenfalls gab es da keine mehr, sondern ab jetzt ging es fast ausnahmslos durch ungeloiptes, durch Skifahrer dürftig gespurtes und vom zunehmenden starken Wind mit Schneefall immer wieder verwehende „Spurrinnen“.

Nun für mich die neue Erkenntnis: Im ebenen und bergab laufenden Gelände gleitet mein Ski nicht! Es war zum Verrücktwerden! Wiese und Fechi waren lange vornweg, während ich noch mit Untergrund und völlig falsch präpariertem Ski kämpfte. Der Wachseinsatz am Abend zuvor war für die Katz!
Irgendwann nach ca. 90 min und etwas mehr als 10km erreichten wir, über Jizerka (deutsch Klein Iser) fahrend, das polnische Orle (deutsch Karlstal). Schlapper geht’s nicht! (@ Steffen, meinem alten Skifreund – nicht den Kopf schütteln, ich versteh das selber nicht!)

Nach einer Rast dort sollte es in einen weiteren polnischen Ort gehen, ein Skirennen versperrte uns den Weiterweg. Planänderung, auf zum tschechischen Buchberg!
Im Anstieg zur avisierten Kneipe hat es mir dann gereicht: mit stumpfen Gleit- und glatten Steigwachs ist Skifahren alles andere als lustig, es war für mich nur Skistolpern. Dazu das ständige Einbrechen in die schlechte Spur oder mit dem Stock in die tiefe Schneedecke … ich habe abgewinkt, die beiden auf eine Zusatzrunde aus der Verpflichtung, mich mitzuziehen entlassen und bin mühevoll und fluchend zur Smedava-Baude zurück geschubbert.
Das waren dann 23 km Langlaufski, die Nase voll von meinem Equipment und dieser so viel gepriesenen Skigegend.
Für meine Dämlichkeit beim Wachsen der Ski kann ich nur selbst etwas.

Was allerdings die Gegend betrifft: ich bin enttäuscht!
Klar ist bei starkem Wind und Schneefall eine Loipe nur schwer zu halten, aber es geht. Beweis sind die herrlichen Skigebiete im Thüringer Wald, Oberhof, Schmiedefeld, Masserberg, wo die Loipenfahrzeuge ununterbrochen fahren und schon fast lästig werden. Ein weiteres Problem im Isergebirge sind die Gasthäuser, Bauden: hoffnungslos überfüllt! Trifft man im Gelände schon hunderte Skifahrer, scheinen es in Destillen tausende zu sein. In der Semdava-Baude habe ich nach meiner Ankunft 35 min (fünunddreizig) für ein Bier angestanden.

Nach 2 1/2 Stunden Fahrt auf dem Parkplatz - Fertigmachen für die Tour an der Semdava-Baude Und nur kurz danach anschnallen für die Tagetour nach irgendwo ;) Nach knapp 5 km Ankunft in Jizerka - einem langgezogenen Ort, an dem es ordentlich zog! Nach rasanter Abfahrt Ankunft am tiefsten Punkt der Tour, an der Grenze

 An der Grenzbrücke über die Jizera Erster Stop im polnischen Orle - hier sind wir im Schneegestöber angekommen, Strecke bisher ca. 10 km Nach einer längeren Pause geht es wieder in die Spur Auch das gibt es: mitten im Wald ein Kiosk. Zumindest hier war kein besonderes Gedrängele, kein Wunder bei dem starken Wind.

Ein Bild des Grauens - das Bild der Tour - Von wegen Loipe, die Masse der Strecke sah genau so aus. Nix für Genussläufer in Langlaufloipen, echtes Gelände für Skicrosser :( Ein Trost blieb während der ganzen Tour, nämlich der Blick in eine herrliche Winterlandschaft. Nur noch 4 km, dann ist der Ausgangspunkt erreicht, bloß gut! Nach meiner Rückkehr an der Smedava-Baude - Man beachte die Anzahl der Ski - und kann den Grad der Belagerung erahnen :(

Mein Fazit, auch nach der Iser- und Riesengebirgstour 2007: Das Skigebiet im Bereich der Smedava-Baude ist nah unserer Heimat, gut zu erreichen und bietet einiges an fahrbaren Strecken.
Wer auf gepflegte Loipen keinen Wert liegt, ist hier durchaus richtig.
Wer aber Langlaufski in akkurat gepflegten Loipen und in einer der Sache gewachsenen Infrastruktur genießen will, der sollte das Erzgebirge und den Thüringer Wald vorziehen. Die (nur teilweise) etwas längere Fahrzeit und der höhere Bierpreis (so viel trinkt man ja beim Sport nun auch nicht!) werden durch den Skigenuss allemal ausgeglichen.

Und nun der versöhnliche Abschluss des Ganzen:
Natürlich ist der Tag nicht zum Streichen. Immerhin war ich seit langem ENDLICH mal wieder auf Brettern unterwegs und im Kreis guter Freunde reist es sich immer gut ;)  

hoehenprofil

Das Höhenprofil der Route, die ich gefahren bin - klick auf das Bild für die Kartenübersicht

panorama iser ski

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