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Fataler Fehler auf dem Ködnitzkees
Auf dem Gipfel des Großglockners

Es war einfach nur Wahnsinn: am 31. Juli 2006, ca. 16::00 Uhr. Der Großglockner war über den  Stüdlgrat bestiegen!

Doch die Bergfahrt war noch lange nicht zu Ende und Fehler, die wir im Laufe der Tour gemacht hatten, sollten sich jetzt potenzieren und ein "furioses Finale" erfahren.
Hast Du den Bericht über die Tour unter "Alpen" gelesen? Dann weißt Du schon eine ganze Menge. Im Team war mit Franz ein sehr guter Sportkletterer, zugleich aber auch ein absoluter Newcomer im alpinen Bergsteigen.

grpfel grossglocknerVöllig verständlich lagen seine Nerven trotz anfänglicher "lächerlicher" II+ angesichts der berauschenden Höhe schon bald blank. Wir mussten sichern, Meter für Meter. Das hieß Zeitverlust. Und so kamen wir deutlich verspätet am "Frühstücksplatz" an. Die dortige Warnung, nämlich umzukehren, wenn man bis dato länger als drei Stunden gebraucht habe, ignorierten wir. Würde schon gehen! Ging ja auch, denn wie gesagt wurde am späten Nachmittag, in der Zeit, in der eigentlich die Gewitter angekündigt waren, der Gipfel erreicht. Wenigstens die Gewitter kamen (noch) nicht, im Gegenteil, wir hatten beste Sicht.
So, wie der Aufstieg, vollzog sich dann allerdings auch der Abstieg über den Kleinglockner. Wieder wurde gesichert, und statt der angekündigten 1 1/2 Stunden brauchten wir ganze drei. Und so ereichten wir in der Abenddämmerung (Foto) die Erzherzog-Johann-Hütte auf der Adlersruhe. Da der lange Tag seine Spuren hinterlassen hatte, konnten wir die Hütte natürlich nicht ignorieren: Pause.

Und jetzt kam mein fataler Fehler. Vorab die Lösung: richtig wäre gewesen, auf der Hütte  zu übernachten. Aber warum denn!? Wir hatten doch Quartier in der Stüdlhütte gebucht, noch war Licht und das Ködnitzkees, das auf dem Rückweg zu überqueren war, hatte ich erst eine Woche zuvor kennen gelernt (Foto). Das stellt kein Problem dar! Tut es auch nicht, es sei denn ...

Glocknerleitl20 Uhr war Aufbruch. Bei Licht bis gegen 21:30 Uhr war das noch in Ordnung. Im Eilschritt ging es über den Felssporn, aber schon bei Erreichen des Firnfeldes war das Licht mehr als knapp. Das Foto täuscht, nur zum Fotografieren war das Licht nicht mehr ausreichend. Ab dem Firnfeld waren es noch ein paar schlappe Minuten, zunächst guter Firn, dann war das weiche Gletschereis zu überwinden.
Genau da begann das Problem, mit dem keiner gerechnet hatte, aber  hätte rechnen müssen!

Verdammt: die Nacht hatte uns ein! Ich stand bereits auf dem Gletscher, als sich Thomas und Franz vom Firnfeld näherten, da krachte es. Im Nebental tobte nun das "versprochene" Gewitter. Gott sei Dank nur im Nebental, aber über den Luisengrat, südlicher Ausläufer des Stüdlgrats,  schoben sich Wolken. Binnen weniger Minuten war die Sicht gleich Null. Das restliche Tageslicht war verschlungen.
Wie gesagt, ich kannte diesen Geltscher und mit fester Überzeugung sagte ich dem Rest des Teams, das wir jetzt trotz Nebels einfach "rüberlatschen".

Das Ködnitzkees Die erfahrenen Bergsteiger jetzt bitte nicht lachen, haben ja dazu gelernt, die "Unkundigen" stellen sich bitte vor, im Dunkeln 1000m geradeaus gehen und einen ca. 10m breiten Bereich finden! Alles klar?
Genau! Im fahlen Licht unserer Stirnlampen, die im Nebel ohnehin sinnlos waren, stapften wir über den Gletscher. Zu meiner Verwunderung standen wir vor Spalten, die ich zuvor dort nie gesehen hatte. Nur kurze Zeit später waren wir irgendwo und wussten nicht, wo genau das war! Wir hatten uns verirrt. Zwei Stunden irrten wir umher! Thomas hat später zugegeben: wenn jemand das Signal gegeben hätte, hätte er sich in seinen Biwaksack gesetzt und auf den nächsten Tag gewartet.Nacht am Ködnitzkees

Das Signal kam aber nicht, sondern gegen 23 Uhr holte ich im inzwischen strömenden Regen die Alpenvereinskarte heraus. Einnorden, Höhenlinie mit Höhenmesser bestimmen - wir waren zu hoch! Was nun? Richtung war klar, Höhe war klar - nordwärts und abwärts ging es ...

... dann plötzlich eine Stelle, die ich kannte, die Auflösung!

Um 23:30 Uhr kamen wir auf der Stüdlhütte an. Während Thomas und Franz erschöpft im Vorraum sitzen blieben, stürzte ich in den Gastraum (nee, nicht nur wegen des Bieres) und meldete uns beim Hüttenwirt (den ich gegen 19:30 Uhr von der Adlersruhe per Handy informiert hatte, das alles in Ordnung sei - Grundregel beim Bergsteigen) zurück.
Ich erspare Euch die Standpauke, die er mir gelesen hat! Er hatte Recht!

Wir bekamen noch unser Bier, einen Gipfel- und Zielschnaps auch, sahen uns in die Augen und wussten, dass wir eine großartige Bergfahrt hinter uns, aber auch ordentlichen "Bockmist" gemacht hatten, der uns hätte das Leben kosten können.

Wir lernen daraus. Ihr, die nicht lächelnd sagen "Ja, ja, das kennen wir!", bitte auch!

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