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hs introDie Häntzschelstiege
Ein großartiger Klettersteig in den Affensteinen

Die Häntzschelstiege dürfte der schönste aller Steige in der Sächsischen Schweiz sein. Man ersteigt über eine hervorragend ausgebaute Steiganlage mit 160 m Höhenunterschied das Lange Horn in den Affensteinen und genießt dabei landschaftliche Ein- und Tiefblicke, die einem die Sinne benebeln!
Aber Vorsicht ist geboten! Die Häntzschelstiege ist kein Klettersteig im eigentlichen Sinne.

Für kleine Kinder ist sie nach unserer Auffassung vollkommen ungeeignet. Auch unerfahrene Wanderer sollten sich von der Anlage fern halten - oder in Begleitung eines Führers und/oder konsequent gesichert steigen. Denn wer hier raus fällt, landet übel! Zudem ist die Begehung nur im Aufstieg erlaubt - Gegenverkehr kann verhängnisvoll werden und zu riskanten "Manövern" nötigen!
Gleichwohl handelt es sich um eine Tour, die man einfach erlebt haben sollte.

Talort und Ausgangspunkt: Am besten aus dem Kirnitzschtal, am idealsten sind die Parkplätze am Nassen Grund, am Beutenfall und am Lichtenhainer Wasserfall.
Man geht jeweils in Richtung der Unteren Affensteinpromenade und auf dieser in Richtung Bloßstock. Dort wie in der Galerie beschrieben zum Einstieg.

Der Rückweg: Auf keinen Fall über die Stiege - verboten! Ein Blick auf die unten angegebenen Karten eröffnet aber zahlreiche wunderschöne Möglichkeiten, die alle herausragende landschaftliche Erlebnisse versprechen.
Einer meiner Favoriten: Reitsteig - Oberer Fremdenweg zum Kleinen Winterberg - Königsweg zurück zum Bloßstock und zurück zum jeweiligen Ausgangspunkt.

Anforderungen: Tritt- und Schwindelfreiheit, der erste Zug zu den Stahlkrampen zwischen II und III. Sicherung an den ausgesetzten Stellen ist ratsam, Kinder und unsichere oder/und unerfahrene Tourengeher unbedingt in die Sicherung nehmen.

Die Route: ergibt sich ab dem Einstieg von selbst. Immer der Steiganlage folgen. Ist die Affensteinpromenade erreicht, gerade über den Weg in den schmalen Spalt.

Karte: "Große Karte der Sächsischen Schweiz", 1:30000,  ISBN 3-910181-09-0, noch besser: "Schrammsteine, Affensteine", 1:10000,  ISBN 3-910181-01-3, beide erschienen bei Rolf Böhm, Bad Schandau,

Jetzt aber los: Steigt mit uns über die Häntzschelstiege aufs Lange Horn!
Die folgenden Bilder stammen von unseren Touren im Mai 2006, Mai 2014 und November 2015, aufgenommen auch von Dirk Wiesner, Almuth Ductus und Roberto Scholz

bloszstock kleinVon der Unteren Affensteinpromenade geht man direkt auf gut ausgebautem Weg auf die Nordwand des Bloßstock zu und umgeht diesen höchsten frei stehenden Gipfel der Sächsischen Schweiz rechts (westlich) und folgt dem ausgebauten Weg über Stufen und Leitern.
Dort sollte man schon frühzeitig die Ausrüstung anlegen, denn hier ist noch ausreichend Platz.
(Bild 1 Zeile unten) Stolz präsentiert Johanna Wiesner (damals 9) ihr Klettersteigset. !!! Kinder sollten unbedingt gesichert werden!!! Man folgt im Weiteren der Treppe/Leiter im Hintergrund und trifft schon bald auf das Schild, dass  den Einstieg der Häntzschelstiege verkündet.

Dann geht es aber auch schon recht bald zur Sache. Zunächst geht es recht unproblematisch auf Holzleitern aufwärts (Bild 2). Wer die Häntzschelstiege bereits vor ihrer Rekonstruktion in den 90er Jahren kennt, wird hier letztmalig an das alte Holz-Ambiente erinnert. Schon bald erreicht man den Einstieg in den senkrechten Fels. Und der hat es dann schon mal ganz schön in sich. Wo wir als Kletterer problemlos an Höhe gewinnen, steht der "Normalverbraucher" vor dem ersten Rätsel. Denn die erste Metallkrampe will erreicht sein!
Damit trennt sich bereits hier die Spreu vom Weizen. Aber das ist genau so gewollt, denn wer diesen Einstieg nicht schafft, hat im Rest der Tour nichts zu suchen. (Bilder 3 und 4)

Im Einstiegsbereich der Häntzschelstiege, hier ist Platz, um die Sicherungsmittel anzulegen. Nach Anlegen von Gurt und Klettersteigset geht es über Holzleitern zum eigentlichen Einstieg In der ersten kurzen Kletterei zu den Metallklammern - auch für Kinder geeignet, die aber unbedingt sichern! Hier geht es dann richtig los: um an die ersten Metallklammern zu gelangen, ist schon etwas Klettervermögen abverlangt.

quergang kNach dem Einstieg folgt ein kurzer gut gesicherter Quergang und die erste Möglichkeit zum Verschnaufen. Wie man deutlich erkennen kann, ist der Nachwuchs von Höhe und Ausgesetztheit etwas beeindruckt. (Reihe unten, Bild 1)
Achtung bei sehr kleinen Kindern! Für sie ist das Drahtseil der Quergänge deutlich zu hoch und kann zum Festhalten kaum genutzt werden.
Nach dem ersten Quergang geht es ein paar Meter an Stahlkrampen aufwärts, dann folgt ein Quergang nach links, den Almuth hier gerade meistert. (Bild 2)
Hier kann man das soeben geschriebene gut erkennen: für kleine Kinder ist das Seil eindeutig zu hoch! Aber auch Erwachsene, die wenig Erfahrung mit Ausgesetztheit und Höhe haben, kommen hier mit Sicherheit ins Schwitzen. Am Ende dieses zweiten Querganges muss man dann recht spannend um die Kante in eine Rinne queren. Das geht aber mit etwas Konzentration recht gut und ist zudem hervorragend gesichert. Marion meistert das hier mit Bravour (Im Hintergrund erkennt man sehr gut die berauschende Höhe, die man hier schon hat! - Bild 3)
Hat man den Quergang und den Ausstieg in die Rinne erst einmal geschafft, geht es problemlos weiter. Es folgen einige Stahlkrampen in einer liegenden Wand und schließlich geht es über gestuftes Gelände leicht aufwärts, am Ende über Treppen zur Oberen Affensteinpromenade. (Bilder 4 und 5) Wer jetzt schon genug hat, kann hier Schluss machen, und herausragende Wanderungen  z.B. in östliche Richtung zum Frienstein mit der Durchsteigung des Felsentores, genießen.

Im Quergang der ersten scharfen Klettermeter der Häntzschelstiege Almuth im Quergang der Häntzschelstiege - was man hier nicht erkennt: man hat schon beachtliche Höhe erreicht. Übergang vom Quergang in eine seichte gutmütige Rinne Blick zurück in die Rinne bzw. Schlucht, die dem Quergang der Häntzschelstiege folgt. Die erste Hälfte ist geschafft, Selfi im Bereich der oberen Affensteinpromenade mit schon herrlichen Fernsichten

ausstieg kWer die ganze Stiege durchsteigen will, muss sich den Zauber der Oberen Affensteinpromenade für eine andere Tour oder für den Rückweg aufheben und die zweite nicht weniger spannende Hälfte des Aufstieges in Angriff nehmen.

Und das ist ein spannender Aufstieg durch ein Kaminsystem.
Man folgt der Markierung - selbst wenn man es auf den ersten Blick nicht glauben will - in einen engen Kamin, den man mit Rucksack auf dem Rücken nicht durchqueren kann.
Auch etwas fülligere Menschen, voraussetzt, sie sind überhaupt bis hierher gekommen, stehen jetzt vor einer kaum lösbaren Herausforderung. Reihe unten, Bild 1)
Am Ende dieser Engstelle sieht die Welt dann aber gleich wieder viel besser aus, und ganz oben kann man sogar schon den Himmel erkennen. Dorthin führt allerdings eine lange senkrechte Eisenleiter. (Bilder 2 und 3) Auch hier haben wir die Kinder gesichert steigen lassen. Das bietet sich schon aus dem Grunde an, weil es so gemütlich, wie auf der Leiter, leider nicht bis zum Ausstieg geht. Denn im oberen Bereich muss man auf Stahlkrampen an der Wand durch den Kamin queren und schließlich sogar noch einen Übertritt in die andere Kaminwand wagen. Da ist ein Klettersteigset mehr als beruhigend.
Übrigens: wie man sieht, gilt auch hier - für kleine Kinder ist das Drahtseil eindeutig zu hoch! (Bild 4)

Hat man den Übertritt in die andere Kaminwand erst einmal hinter sich, folgt das grandiose Finale.
Denn jetzt geht es, wie man links erkennen kann, auf Stahlkrampen gut gesichert in die Schlusswand. Das "Schmäckerchen" dabei: man hat einen Tief- und Fernblick, der einen den Atem verschlägt - und unsere jungen  Kletterer mal lieber hat nicht nach unten blicken lassen ;)) (letzte Bildreihe)

Almuth vor den sehr engen Kamin des oberen Teils der Häntzschelstiege. Hat man den engen Einstiegsbereich geschafft, geht es an Leitern gutmütig aber düster lange steil hinauf. Blick von einem Absatz zurück in den ersten Teil des Kamins Dem langen Kamin folgt ein weiterer Quergang, der in einen Übertritt in die andere Wand mündet - davon gibt es leider kein Foto.

 Auf den letzten Metern  der Häntzschelstiege Blick zurück auf die letzten senkrechten Meter der Häntzschelstiege vor dem Ausstieg. Dieses Bild verdeutlicht, welch großartige Aussicht einen erwartet, wenn man den Ausstiegsbereich der Stiege erreicht hat und das es, oben angekommen, recht gutmütig zurück zu den Hauptwegen geht. Geschafft!!!! Max, damals 8, nach seiner ersten Begehung - er hat es später nochmal gewagt ;) 

Und weil es so schön ist, unten noch ein Bild, aufgenommen nach dem Ausstieg. Das allerdings ist nur ein Teil dessen, was man im Bereich des Ausstieges an Landschaft genießen kann.
Bildmitte, v.l.n.r.: Schrammsteinkette - Falkemstein - Hohe Liebe, im Hintergrund v.l.n.r.: Festung Königstein und Lilienstein.
Das letzte Bild oben: unser damals jüngster Teilnehmer - "Bloß gute, geschafft!" wird er denken ;)

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