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06Tour 6/2007
01. bis 03. Juni 2007
Von "genial" bis "Pech gehabt"

Das erste Juniwochenende hatte sich als Kletterwochenende regelrecht angeboten und so waren wir gemeinsam mit Thomas Kobbe, Dirk Wiesner und Ralf Hanke nach Sandstein lechzend schon am Freitagnachmittag ins sächsische unterwegs. Zielstellung dieses Tages war wie so oft am Anreisetag das "Absammeln" eines einzeln stehenden Gipfels, der ansonsten die Anreise nicht lohnt.
Diesmal ging es in das Gebiet der Steine, zum Bruchwächter bei Krippen.

Die Beschreibung im Kletterführer: "Immer nasser grüner Klapfen, die Verarbeitung dieses Gipfels zu Mühlsteinen wäre wohl sinnvoller gewesen" ließ böses Erahnen. Umso größer war dann die Überraschung auf einen zwar kleinen aber trockenen Gipfel mit einer herausragenden scharfen Kante im III. Grad zu treffen, der einfach nur als Genuss zu klettern war.
Dieser Auftakt war dann für das Wochenende, naja, zumindest für den Samstag, ein positives Omen.
Zu Fuß ging es von der Mittelndorfer Hütte in das Wildensteiner Gebiet, zunächst mit dem Ziel, den "Heidematz" über den Nordostweg (III) zu ersteigen. Den hatten wir zwar schon seit 2004 in der Tasche, damals allerdings in einem von Furcht und Unvermögen gekennzeichneten Durchstieg. Wie würde das nun nach dem Kletterkurs bei Bernd Arnold aussehen?
Hervorragend: was damals ein Problem war, war jetzt ein konzentrierter Zug. (Foto oben: Wiese an der Schlüsselstelle in der Wandmitte / Foto darunter: Ralf an der gleichen Stelle)
Dann trennten sich unsere Wege: Wiese und Thomas wollten den Kleinen und Großen Zschand bis nach Hinterhermsdorf durchwandern. Taten sie dann auch, natürlich nicht ganz ohne Kletterei. Es ging auf die Wartburg, den Germanen, das Brötchen und die Scheibe am Tellerhörnl.
Ralf und ich hatten mit der Wanderei nicht viel im Sinn, wir blieben am Wildenstein und konnten großartiges erleben. So ging es unter anderem über den Alten Weg (III) auf die Wildensteinscheibe, einem großartigen Aussichtsgipfel. Mir selbst hat es regelrecht den Atem verschlagen, als ich aus der Scharte kommend über die Gipfelkante blicken konnte. Wer Landschaftsgenuss vom Feinsten erleben will, der muss unbedingt auf diesen Gipfel - muss ja nicht der Alte Weg sein ;)

Überraschend schöner Alter Weg, III, am Bruchwächter bei Krippen Wiese steigt den Nordostweg, III*, eine spannende Reibung nach Wildensteinscheibe, Alter Weg III, der sehr enge Kamin auf den Pfeiler Ralf im Einstieg zur Route Ding Dong, III, am Glöckner

Nein, das Foto ist nicht falsch herum – Ralf liegt, um mich beim Sichern zu sehen – Kriechband des Alten Weges an der Wildspitze Kriechloch im Alten Weg, IV, an der Wildspitze Wiese auf der Wartburg, im Hintergrund das Raubschloss Verdientes Abendessen im tschechischen Hrensko

Es ging dann noch auf die Heidewand, den Glöckner und die Glocke (da war ich vor 20 Jahren bereits mit Steffen Große oben) und auf den Münzstein.
Absoluter Höhepunkt war dann aber die Besteigung der Wildspitze über den Alten Weg IV. Ein furchterregender Weg, denn man muss zunächst über ein enges Kriechband robben, dann durch ein Loch auf die andere Felsseite kriechen und schließlich eine unangenehme ungesicherte Reibung zum Gipfel ersteigen. (Foto drei von oben: Ralf kriecht durch das Loch auf die Nordseite der Wildspitze)
Alles in allem ein herausragender genialer Klettertag, den unsere
Wanderfreude mit einer lustige Taxifahrt von Hinterhermsdorf nach Mittelndorf beendeten ;)
Am Sonntag hat uns dann aber das Pech eingeholt: bereits in der Nacht hatte Dauerregen eingesetzt. Und so fiel beim Frühstück die Entscheidung: Heimfahrt. Egal, der Samstag war ohnehin nur schwer zu toppen und das nächste Kletterwochenende im Elbsandstein kommt bestimmt.

Empfohlene Links Elbsandsteingebirge

 

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