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setzlin im bielatalTour 04/2019
Es läuft im Brand und beim Kampf um den Setzling

Da war es endlich – das erste komplette Kletterwochenende 2019! Während der Samstag und Sonntag für gemeinsame Touren mit Freunden geplant waren, sollte es bereits am Freitag mal so richtig traditionell werden. Wie in alten Kletterzeiten wollten wir den frühen Abend noch für die Besteigung einer „Solitärstaude“ nutzen, einen neuen Gipfel für Almuth sammeln.

Nun gut, dieser Begriff gehört in die Biologie, wir hatten ihn aus Jux vor Jahren als Bezeichnung eines einzelnstehenden Gipfels, der die Anreise für einen ganzen Klettertag nicht lohnt, übernommen.
Und eine solche Solitärstaude, dazu noch ein echter „Höhepunkt“ des sächsischen Bergsteigens, ist der Bahnhofswächter im Sebnitztal nahe der Ochelbaude, der letzte Gipfel des Klettergebietes Brand. Zwar steht das Teilchen nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt, aber wer ihn nicht kennt, steht schon beim Zustieg vor einem echten Problem: man muss ihn in der Botanik erst einmal finden. Meine früheren Besteigungen waren da ein echter Vorteil, nur einmal waren wir an diesem Tag ein paar Meter neben dem richtigen Pfad.

Hat man den Gipfel dann endlich gefunden, folgt Problem zwei: er steht unter einem – um zum Alten Weg zu gelangen, muss man in die grüne feuchte Scharte abseilen. Auf dem Gipfel selbst hat man also schon eine ordentliche Abenteuerbergfahrt hinter sich. Die haben wir heuer dann noch gekrönt, als es uns zunächst nach der 25-m-Abseile nicht gelungen war, das Seil wieder abzuziehen – halloballo. Aber am Ende war alles gut und wie man an Almuths Equipment sehen kann: es läuft bei uns …

 Nach dem spannenden Zustieg, der Abseile in die Scharte nun die Schlusswand zum Gipfel des Bahnhofwächters Ein witziger Schnappschuss auf dem Gipfel, es läuft sozusagen beim Klettern Nach der 25-m-Abseile führt der Rückweg entlang der Bahnstrecke Sebnitz – Bad Schandau Anmarsch entlang der Mittelwand zu Schwarzbeerturm und Setzling im Bielatal

 Almuth steigt zurück – der Einstieg des sehr schweren Alten Weges am Schwarzbeerturm liegt ihr im Vorstieg nicht Wenig später klemme ich in diesem sehr unangenehmen Schulterriss Das Unternehmen Setzling läuft – trotz Schwebesicherung wage ich den Vorstieg nicht Almuth wagt, kommt ein ganzes Stück, schwebt dann aber gesund zu Boden

Und auch am Samstag lief es, gemeinsam mit unseren Freunden Katrin und Steffen waren wir im hinteren Bielatal unterwegs. Hier wollte ich gern den Setzling, seit 2015 als neuer Gipfel anerkannt, nachsammeln.
Aber so einfach war das Sammeln hier nicht. Nachdem jeder mal probiert hatte, den Alten Weg IV vorzusteigen, mussten wir resigniert feststellen, dass uns die Angst vorm Sturz aus dieser schlecht gesicherten Route lähmte.
Irgendwann dann aber die rettende Idee: wir bauen eine Schwebesicherung vom Massiv! Auch nun wieder dieser und jener Versuch mit ordentlichem Test, ob die Schwebe funktioniert, dann war es Steffen, der nicht nur die Wand, sondern auch das recht unangenehme Dach bis zum Gipfel durchstieg. Mit Seil von oben war der Setzling auch für die anderen Teammitglieder kein Problem mehr.
Recht happy, wenn auch durch inzwischen einsetzenden strömenden Regen, ging es zurück zum Siegerbier an der Daxensteinbaude.

Steffen vollendet das Projekt und steigt bis zum Gipfel, auch über das unangenehme Dach Ich erreiche den Gipfel, mit Seil von oben war das dann nur ein kleines Problem Auf dem Gipfel des Setzling, Foto Almuth vom Massiv Auf dem Rückweg dann strömender Regen, aber wie man sieht, beste Laune

Nach der Kletterei am Waltersdorfer Horn – fast eine Stunde anstellen an der Abseilöse Almuth im Vorstieg an der Gamrigscheibe, Alter Weg III Almuth im oberen Drittel der Gamrigscheibe, dort ist das Schwerste geschafft Katrin und Steffen auf dem Gipfel der Gamrigscheibe, sie sind als eigene Seilschaft nach uns gestiegen

Sonntag sollte es zum Genussklettern an den Gamrig gehen, aber dieser Tag war zu schön, um dort allein zu sein, im Gegenteil. Das Anstellen am Einstieg des Kletterweges ging ja noch, fast eine Stunde auf dem Waltersdorfer Horn zu warten, bis man an die Abseilöse kann, war der Hammer schlechthin.

Schlecht war auch das: während man auf den Gipfel in der Regel nette Menschen kennenlernt, die sich, wie es unter Bergsteiger nun mal üblich ist, gegenseitig achten, sind wir hier einem sehr individualistischem Pärchen begegnet – ohne zu fragen oder wenigstens Bescheid zu geben haben die in zwei Fällen einfach mal die Karabiner anderer Seilschaften in der Nachholöse auf dem Gipfel umgeklinkt und damit die Sicherungskette geöffnet. Ein Absturz in diesem Augenblick hätte fatale Folgen auch für den Sichernden gehabt.  Solche Menschen gehören nicht auf die Berge!

Im Nachhinein egal, es war ein toller Klettertag, dem Almuth mit ihrem Vorstieg des Alten Weges an der Gamrigscheibe, einer sehr schweren III*, schließlich die Krone aufgesetzt hat.

panorama setzling schwarzbeerturmAuf dem Setzling, rechts der Bildmitte der Gipfel des Schwarzbeerturms, ganz rechts im Hintegrund die Mittelnwandscheibe.
Foto: Almuth Bergmann

 

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